12.02.2004
Kirchliche Frauenkreise suchen zunehmend Hilfe bei "biblischen Frauen"
ABF: Viele Frauengruppen sind enttäuscht vom Kurs der Evangelischen Frauenarbeit
Kirchliche Frauenkreise suchen zunehmend Hilfe bei "biblischen Frauen"
ABF: Viele Frauengruppen sind enttäuscht vom Kurs der Evangelischen Frauenarbeit
W e t z l a r (idea) – Eine wachsende Zahl von landeskirchlichen Frauenkreisen wendet sich hilfesuchend an die Arbeitsgemeinschaft Biblische Frauenarbeit (ABF), weil sie eine geistliche Orientierung durch die Evangelische Frauenarbeit in Deutschland vermissen. Das berichtete die ABF-Vorsitzende, Pfarrerin Bärbel Wilde (Lüdenscheid), nach der jüngsten Trägerkreis-Sitzung in Wetzlar gegenüber idea. Viele kirchliche Frauenkreise seien enttäuscht vom einseitigen Kurs der Evangelischen Frauenarbeit in ethischen und politischen Fragen. So lehne dieser Dachverband die Ehe als verbindliches Leitbild ab und rufe dazu auf, homosexuelle Partnerschaften als gleichwertige Lebensform anzuerkennen. „Solche Positionen sind unbiblisch und damit auch nicht mehr evangelisch“, so die Pfarrerin. Als Alternative zu dem Frauenverband stehe die ABF für eine biblisch fundierte Frauenarbeit. Dazu gehöre auch die Stärkung von Ehe und Familie als von Gott gegebene Lebensordnungen. Die ABF, die Frauenkreise unter anderem mit Arbeitshilfen unterstützt, ist ein Werk der Deutschen Evangelischen Allianz.
Integrationsfigur: Langjährige Vorsitzende Ruth Frey verabschiedet
In der Sitzung wurde die langjährige Vorsitzende der ABF, Ruth Frey (Altenkirchen/Westerwald), aus dem Vorstand verabschiedet. Die 79jährige leitete die Arbeitsgemeinschaft vom Gründungsjahr 1987 bis 1998 und war seither Zweite Vorsitzende. „Ruth Frey war ein Glücksfall für die ABF. „Als Integrationsfigur und Vertrauensträgerin ist es ihr gelungen, unsere Dachorganisation für biblische Frauenarbeit anziehend und einflußreich werden zu lassen“, so Frau Wilde gegenüber idea. Zum ABF-Trägerkreis gehören Vertreterinnen aus Landes- und Freikirchen, Landeskirchlichen Gemeinschaften und freien Werken. Das Gremium wählte die beim Evangeliums-Rundfunk in Wetzlar tätige Redakteurin Ute Zintarra einstimmig zur Zweiten Vorsitzenden. Neu im Trägerkreis ist die Leiterin der Frauenarbeit des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden, Hannelore Illgen (Hannover). Im Blick auf den Weltgebetstag der Frauen am 5. März empfahl das Gremium, Materialien des „Forums Missionarischer Frauen“ zu nutzen. Das ist ein Zusammenschluß von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in der württembergischen Landeskirche mit pietistischer Ausrichtung. Das Thema der diesjährigen Gebetsordnung aus Panama lautet „Im Glauben gestalten Frauen Zukunft“.
Gott ist kein Erfüllungsgehilfe menschlicher Wünsche
Referent auf der ABF-Trägerkreissitzung war der Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften), Pfarrer Christoph Morgner (Siegen). Er warnte davor, Gott zum Erfüllungsgehilfen eigener Wünsche machen zu wollen: „Gott ist kein Weihnachtsmann, der unsere Wunschzettel realisiert.“ Im Blick auf Krankheit und Leid ermunterte Morgner Christen, ihre Gefühle vor Gott ehrlich auszudrücken: „Es ist besser, vor Gott zu klagen, als zu schweigen und so zu tun, als sei er nicht da.“ Gott lasse in Krisen niemanden im Stich.