07.08.2004
Probleme von Familien mindestens genauso wichtig wie Schwulen-Anliegen
CDU-Politiker fordert Anerkennung des Berufs der Familienfrau
Probleme von Familien mindestens genauso wichtig wie Schwulen-Anliegen
CDU-Politiker fordert Anerkennung des Berufs der Familienfrau
B a d B l a n k e n b u r g, 7. August 2004 (idea) – Politiker sollten sich mit den Problemen von Familien mindestens genauso intensiv befassen wie mit den Anliegen von Schwulen und Lesben. Dies forderte der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Selle (Sondershausen/Thüringen) bei der Jahrestagung der Deutschen Evangelischen Allianz im thüringischen Kurort Bad Blankenburg. Seiner Ansicht geben sich alle Parteien mehr Mühe, die Wünsche einiger tausend Homosexueller zu erfüllen, als die Situation von Millionen Familien zu verbessern, die als Keimzellen der Gesellschaft unersetzlich seien. In Familien werde soziales Verhalten, Gemeinsinn und Verantwortungsbewußtsein eingeübt und in der Regel für Nachwuchs gesorgt. Selle zufolge muß der Staat den Auftrag des Grundgesetzes umsetzen, Ehe und Familie zu stärken. Dazu gehöre eine finanzielle und sozialversicherungsrechtliche Anerkennung des Berufs der Familienfrau oder des Familienmannes. Eltern sollten zwischen familiärer und außerhäuslicher Erziehung wählen können. Kritik übte Selle, Mitglied im politischen Arbeitskreis der Evangelischen Allianz, auch an der Reform der Arbeitslosenhilfe, dem „Hartz IV-Konzept“. Die geplanten Regelungen entwürdigten kinderreiche Familien, weil sie die Entscheidungsfreiheit von Eltern unangemessen einschränkten. Sie müßten bei Überschreiten der eng bemessenen Einkommensgrenzen ständig Sonderzuschüsse beantragen.
Klaus-Peter Grasse, Stuttgart