07.08.2004
Offizieller Berater der UN: Die Weltweite Evangelische Allianz
Gary L. Edmonds leitet den vierten internationalen christlichen Dachverband<br />
Offizieller Berater der UN: Die Weltweite Evangelische Allianz
Gary L. Edmonds leitet den vierten internationalen christlichen Dachverband
B a d B l a n k e n b u r g, 7. August 2004 (idea) – Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) hat sich unter Führung ihres Generalsekretärs, des US-Amerikaners Gary L. Edmonds (Seattle), zu einem international anerkannten christlichen Dachverband entwickelt. Der 54jährige, der in den USA, Kanada und der Schweiz Mathematik, Pädagogik, Theologie, Missionswissenschaften und Sprachen studierte, steht seit Anfang 2002 an der Spitze der in 123 Ländern vertretenen WEA. Die Organisation hat nach eigenen Angaben Kontakt zu rund zwei Millionen Gemeinden mit insgesamt rund 400 Millionen evangelikalen Mitgliedern. In den vergangenen Jahren baute die WEA ihren offiziellen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen aus. Sie hat heute die gleichen Rechte wie der Vatikan, der rund eine Milliarde Katholiken vertritt, das Ökumenische Patriarchat (300 Millionen orthodoxen Christen) und der Weltkirchenrat (400 Millionen evangelische, anglikanische und orthodoxe Christen). Dies berichtete Edmonds bei der Jahrestagung der Deutschen Evangelischen Allianz im thüringischen Bad Blankenburg. Neben der theologischen Arbeit engagiere sich die WEA vor allem in den Bereichen Menschenrechte, Religionsfreiheit, wirtschaftliche Entwicklung und AIDS-Bekämpfung, sagte Edmonds in einem Seminar. Auch in zahlreichen Krisengebieten bemühe sich die WEA um friedliche Lösungen. So setze sie sich bei der sudanesischen Regierung für sichere Transportwege in die westsudanesischen Flüchtlingslager in der Darfur-Gegend ein. Zugleich unterstütze sie evangelikale Organisationen, die die Lager vom Tschad aus mit Lebensmitteln, Medizin und Kleidung versorgten. Im November habe sich die WEA auf Bitten einheimischer Evangelikaler dafür eingesetzt, daß die neue Verfassung Boliviens protestantischen Kirchen dieselben Rechte einräume wie der katholischen Kirche. Auch dies sei nur aufgrund des UN-Berater-Status möglich gewesen.
Deutsche Evangelikale spenden eher für ökumenische Hilfswerke
Gegenüber idea bedauerte Edmonds, daß die humanitären Möglichkeiten der WEA in Deutschland weitgehend unbekannt seien. Nach Katastrophen spendeten viele Evangelikale eher an ökumenisch orientierte oder freie Hilfswerke, ohne zu wissen, daß auch die WEA qualifizierte Hilfe leiste. Wem die theologische Position der WEA ein Herzensanliegen sei, solle auch ihre praktischen Aktivitäten fördern, so Edmonds. Die WEA betone in ihrer Glaubensgrundlage, daß zum Christsein eine individuelle Entscheidung für den christlichen Glauben, das Bekenntnis zu Jesus Christus als einzigem Weg zu Gott und die Anerkennung der Bibel als Autorität für Lehre und Leben gehöre. Dies unterscheide sie beispielsweise von vielen liberalen Mitgliedskirchen des Weltkirchenrats, die anstelle von Mission einen Dialog angeblich gleichwertiger Religionen befürworteten und sich in ethischen Fragen über biblische Vorgaben hinwegsetzten. Die Deutsche Evangelische Allianz mit Sitz in Stuttgart repräsentiert rund 1,3 Millionen Evangelikale in Landes- und Freikirchen.
Klaus-Peter Grasse, Stuttgart