05.08.2004

Ehen nach biblischen Kriterien: Gute Chancen für Lebenslänglich

Zyniker behautet: Normale Paarbeziehung dauert nur etwa 3,5 Jahre<br />

Ehen nach biblischen Kriterien: Gute Chancen für Lebenslänglich

Zyniker behautet: Normale Paarbeziehung dauert nur etwa 3,5 Jahre

B a d B l a n k e n b u r g, 6. August 2004
Christen, die ihre Ehe nach biblischen Kriterien gestalten, haben gute Chancen, lebenslang zusammenzubleiben. Dieser Ansicht ist der Generalsekretär des evangelikalen Fachverbandes für Sexualethik und Seelsorge „Weißes Kreuz“, Pastor Karl-Heinz Espey (Ahnatal bei Kassel). In einem Seminar während der Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz warnte er vor der Illusion vieler christlicher Eheleute, sie würden allein deshalb allen Anfechtungen standhalten, weil sie gemeinsam an Jesus Christus glaubten. „Christen sind Kinder ihrer Zeit und damit demselben Zeitgeist ausgesetzt wie alle anderen auch“, sagte Espey. Dies belegten steigende Scheidungszahlen, zunehmende Berichte über Ehekonflikte und ein wachsender Zulauf zu Beratungsstellen. Viele Paare lehnten die traditionelle Rollenverteilung von Mann und Frau ab, ohne andere befriedigende Lebensformen zu finden. Nur jede zweite Ehefrau sei sicher, daß sie ihren Mann erneut heiraten würde. Über ein Viertel aller Eheleute gebe zu, schon einmal an Scheidung oder Trennung gedacht zu haben. Der Zyniker und Autor Peter Schneider behaupte sogar, daß die durchschnittliche Lebenserwartung einer Paarbeziehung drei Jahre, 167 Tage und zwei Stunden betrage. Grundlage für eine gelingende Ehe ist laut Espey die biblische Schöpfungsordnung, nach der ein Mann „Vater und Mutter verlassen, seiner Frau anhangen und mit ihr ein Fleisch werden“ soll. Dies mahne zu gegenseitiger Hingabe und Treue sowie zu gemeinsamer Gestaltung des Lebens. Bei der kirchlichen Trauung werde dazu Gottes Beistand erbeten.

Gottes genialer Plan: Sexuelle Enthaltsamkeit vor der Ehe

Auch der Sprecher der Initiative „Wahre Liebe wartet“, Michael Müller (Lautertal/Odenwald), bezeichnete die Bibel als Kontrastprogramm zum Zeitgeist. Zu Gottes genialem Plan für ein glückliches Leben von Mann und Frau gehöre sexuelle Enthaltsamkeit vor der Ehe. Allerdings sollten Bibelausleger nicht nur sagen, was Unverheirateten nicht erlaubt sei. Sie sollten vielmehr darauf hinweisen, daß Gott Kraft zum Halten seiner Gebote gebe. Den Einwand, Jugendliche müßten frühzeitig sexuelle Erfahrungen sammeln, bezeichnete der 31jährige Müller als „typisches Argument von Leuten, die Gott nicht kennen“.

Scheidungswillige Eltern: Bleibt um der Kinder willen beieinander

In einem weiteren Seminar riet die Vorsitzende des Allianz-Arbeitskreises „Kinder in Kirche und Gesellschaft“, Jutta Georg (Herscheid bei Lüdenscheid), scheidungswilligen Eltern, um ihrer Kinder willen beieinander zu bleiben. Die Folgen einer schlechten Partnerbeziehung seien für Minderjährige leichter zu ertragen als die Konsequenzen einer Scheidung. Dies zeigten Gesprächsgruppen für Scheidungskinder. Die Betroffenen berichteten von abnehmendem Selbstwertgefühl sowie ständigem Schwanken zwischen Liebe und Haß, Freude und Enttäuschung, Hoffnung und Verzweiflung, Angst und Zorn. Langzeituntersuchungen zufolge erwarten Kinder aus geschiedenen Ehen nicht mehr, daß eine Partnerschaft lebenslang halten könne. Die Scheidungsrate sei erheblich höher, wenn einer der Partner aus einer geschiedenen Ehe komme. Viele lehnten aus unverarbeiteter Enttäuschung eine feste Bindung für sich ab. In Deutschland werden jährlich etwa 150.000 Minderjährige zu Scheidungswaisen.

Klaus-Peter Grasse, Stuttgart