05.08.2004
Allein durch den Glauben oder nur aufgrund von guten Werken?
Allein durch den Glauben oder nur aufgrund von guten Werken?<br />Allianz-Konferenz fragte: Wie kommen Menschen in den Himmel? B a d B l a n k e n b u r g, 6. August 2004 (idea) – Kommen Menschen allein durch den Glauben an Jesus Christus oder nur aufgrund von guten Werken in den Himmel? Mit dieser Frage befaßte sich die Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz, die vom 4. bis 8. August im thüringischen Bad Blankenburg stattfand. Das Treffen mit rund 3.000 Teilnehmern stand unter dem aus dem Jakobus-Brief entnommenen Motto „Täter gesucht“. Für den Schreiber sei zupackende Hilfe wichtiger als eine fromme Fassade, betonte der Leiter des Amtes für Missionarische Dienste der Evangelischen Kirche von Westfalen, Pfarrer Klaus Jürgen Diehl (Witten). Gebet, Bibellesen und Gottesdienste dürften kein Ersatz für tätige Nächstenliebe sein. Dies könne als Widerspruch zur Ansicht des Apostels Paulus aufgefaßt werden, daß allein der Glaube selig mache. Paulus habe die religionsgeschichtlich einzigartige Botschaft verbreitet, das man sich das ewige Leben nicht verdienen müsse, sondern schenken lassen könne. Laut Diehl haben beide Autoren recht, wenn man ihre unterschiedlichen Ausgangspunkte und Zielgruppen betrachte. Paulus, der aus einer strengen Gesetzestradition stamme, habe erkannt, daß er trotz größter Anstrengungen kein Gott wohl gefälliges Leben führen konnte. Seine Erfahrung, die er an Heiden weitergegeben habe, sei, daß der Tod Jesu Christi zum Frieden mit Gott ausreiche. Dagegen habe sich Jakobus an „bequeme Christen“ gewandt, die ihren Lebensstil dem der nichtchristlichen Umwelt angeglichen hätten, sagte Diehl. Auch heute gebe es Christen, die sich durch ihre Taten als Lügner erwiesen. Dazu zählte Diehl Menschen, die genau das Finanzamt betrügen, ihre Frau hintergehen oder sich im Internet pornographische Bilder reinziehen. Die Echtheit des Glaubens, so Diehl, zeige sich im Umgang mit der Wahrheit, mit anderen Menschen und mit Notleidenden, auch wenn man dabei eigene Interessen zurückstecken müsse. Diehl wörtlich: “Im Blick auf eine in Deutschland weitgehend eingeschlafene Christenheit hat Jakobus hundertprozentig recht.“ Dies bedeute aber nicht, daß man sich mit guten Werken den Himmel verdienen könne. Klaus-Peter Grasse, Stuttgart<br />
Allein durch den Glauben oder nur aufgrund von guten Werken?
Allein durch den Glauben oder nur aufgrund von guten Werken?
Allianz-Konferenz fragte: Wie kommen Menschen in den Himmel?
B a d B l a n k e n b u r g, 6. August 2004 (idea) – Kommen Menschen allein durch den Glauben an Jesus Christus oder nur aufgrund von guten Werken in den Himmel? Mit dieser Frage befaßte sich die Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz, die vom 4. bis 8. August im thüringischen Bad Blankenburg stattfand. Das Treffen mit rund 3.000 Teilnehmern stand unter dem aus dem Jakobus-Brief entnommenen Motto „Täter gesucht“. Für den Schreiber sei zupackende Hilfe wichtiger als eine fromme Fassade, betonte der Leiter des Amtes für Missionarische Dienste der Evangelischen Kirche von Westfalen, Pfarrer Klaus Jürgen Diehl (Witten). Gebet, Bibellesen und Gottesdienste dürften kein Ersatz für tätige Nächstenliebe sein. Dies könne als Widerspruch zur Ansicht des Apostels Paulus aufgefaßt werden, daß allein der Glaube selig mache. Paulus habe die religionsgeschichtlich einzigartige Botschaft verbreitet, das man sich das ewige Leben nicht verdienen müsse, sondern schenken lassen könne. Laut Diehl haben beide Autoren recht, wenn man ihre unterschiedlichen Ausgangspunkte und Zielgruppen betrachte. Paulus, der aus einer strengen Gesetzestradition stamme, habe erkannt, daß er trotz größter Anstrengungen kein Gott wohl gefälliges Leben führen konnte. Seine Erfahrung, die er an Heiden weitergegeben habe, sei, daß der Tod Jesu Christi zum Frieden mit Gott ausreiche. Dagegen habe sich Jakobus an „bequeme Christen“ gewandt, die ihren Lebensstil dem der nichtchristlichen Umwelt angeglichen hätten, sagte Diehl. Auch heute gebe es Christen, die sich durch ihre Taten als Lügner erwiesen. Dazu zählte Diehl Menschen, die genau das Finanzamt betrügen, ihre Frau hintergehen oder sich im Internet pornographische Bilder reinziehen. Die Echtheit des Glaubens, so Diehl, zeige sich im Umgang mit der Wahrheit, mit anderen Menschen und mit Notleidenden, auch wenn man dabei eigene Interessen zurückstecken müsse. Diehl wörtlich: “Im Blick auf eine in Deutschland weitgehend eingeschlafene Christenheit hat Jakobus hundertprozentig recht.“ Dies bedeute aber nicht, daß man sich mit guten Werken den Himmel verdienen könne.
Klaus-Peter Grasse, Stuttgart
B a d B l a n k e n b u r g, 6. August 2004
Kommen Menschen allein durch den Glauben an Jesus Christus oder nur aufgrund von guten Werken in den Himmel? Mit dieser Frage befaßte sich die Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz, die vom 4. bis 8. August im thüringischen Bad Blankenburg stattfand. Das Treffen mit rund 3.000 Teilnehmern stand unter dem aus dem Jakobus-Brief entnommenen Motto „Täter gesucht“. Für den Schreiber sei zupackende Hilfe wichtiger als eine fromme Fassade, betonte der Leiter des Amtes für Missionarische Dienste der Evangelischen Kirche von Westfalen, Pfarrer Klaus Jürgen Diehl (Witten). Gebet, Bibellesen und Gottesdienste dürften kein Ersatz für tätige Nächstenliebe sein. Dies könne als Widerspruch zur Ansicht des Apostels Paulus aufgefaßt werden, daß allein der Glaube selig mache. Paulus habe die religionsgeschichtlich einzigartige Botschaft verbreitet, das man sich das ewige Leben nicht verdienen müsse, sondern schenken lassen könne. Laut Diehl haben beide Autoren recht, wenn man ihre unterschiedlichen Ausgangspunkte und Zielgruppen betrachte. Paulus, der aus einer strengen Gesetzestradition stamme, habe erkannt, daß er trotz größter Anstrengungen kein Gott wohl gefälliges Leben führen konnte. Seine Erfahrung, die er an Heiden weitergegeben habe, sei, daß der Tod Jesu Christi zum Frieden mit Gott ausreiche. Dagegen habe sich Jakobus an „bequeme Christen“ gewandt, die ihren Lebensstil dem der nichtchristlichen Umwelt angeglichen hätten, sagte Diehl. Auch heute gebe es Christen, die sich durch ihre Taten als Lügner erwiesen. Dazu zählte Diehl Menschen, die genau das Finanzamt betrügen, ihre Frau hintergehen oder sich im Internet pornographische Bilder reinziehen. Die Echtheit des Glaubens, so Diehl, zeige sich im Umgang mit der Wahrheit, mit anderen Menschen und mit Notleidenden, auch wenn man dabei eigene Interessen zurückstecken müsse. Diehl wörtlich: “Im Blick auf eine in Deutschland weitgehend eingeschlafene Christenheit hat Jakobus hundertprozentig recht.“ Dies bedeute aber nicht, daß man sich mit guten Werken den Himmel verdienen könne.
Klaus-Peter Grasse, idea, Stuttgart