24.04.2004

Einheit ist das Echtheitszeichen der Christen

Auftakt zur „Impulstour“ der Deutschen Evangelischen Allianz<br />

Einheit ist das Echtheitszeichen der Christen

Auftakt zur „Impulstour“ der Deutschen Evangelischen Allianz

H a n n o v e r (idea) – Zu größeren Anstrengungen für die Einheit der Christen hat der Referent der Deutschen Evangelischen Allianz, Pfarrer Rudolf Westerheide (Lemgo), aufgerufen. „Einheit ist da, wo man sich freut, daß eine andere Gemeinde schneller wächst als die eigene. Einheit ist da, wo man sich über die Krise in einer anderen Kirche nicht freut, sondern mitleidet.“ Das sagte Westerheide am 24. April in Hannover vor rund 600 Zuhörern beim Auftakt der Impulstour, mit der die Allianz in acht deutschen Städten für mehr Gemeinsinn unter Christen werben will. Die Allianz repräsentiert rund 1,3 Millionen Evangelikale aus Landes- und Freikirchen. In einer Jugendveranstaltung forderte Westerheide rund 200 Gäste dazu auf, sich nicht nur darum zu kümmern, daß sie ihre eigene „Seele in den Himmel“ retten. Gemeinsamer Auftrag aller Christen sei es, „daß Gottes Reich gebaut und die Hölle geplündert wird“. Nach Ansicht des Allianz-Vorsitzenden, Präses Peter Strauch (Witten), ist gelebte Einheit das „Echtheitszeichen“ der Christen. Sie bedeute nicht eine Vereinheitlichung der Christenheit, da „die Buntheit von Gott gewollt ist“. Generalsekretär Hartmut Steeb (Stuttgart) wies auf die biblische Verpflichtung zur Einheit hin. Da sie ein „Herzensanliegen“ Jesu Christi sei, gehöre das Engagement für die Einheit nicht zur Kür, sondern zur Pflicht christlicher Arbeit.

Gemeinsam engagiert für Mission und Diakonie

Die Gäste der Impulstour bekamen einen Einblick in die Arbeit der Allianz auf regionaler, nationaler und weltweiter Ebene. Der Generalsekretär der Europäischen Evangelischen Allianz, Gordon Showell-Rogers (London), verwies auf Mission und Diakonie in Osteuropa. Die Großevangelisation ProChrist in Ungarn und die Hilfe für Kosovo-Flüchtlinge in Albanien wären ohne die Zusammenarbeit in nationalen Evangelischen Allianzen nicht denkbar gewesen. Politisch engagiere sich die Europäische Allianz insbesondere für die Rechte protestantischer Minderheiten in katholischen und orthodoxen Ländern, für den Gottesbezug in der EU-Verfassung und für den Schutz menschlichen Lebens von der Zeugung bis zum natürlichen Tod.

Selbstverpflichtung: Andere nicht herabsetzen

Die Teilnehmer der Impulstour wurden aufgefordert, eine Erklärung zu unterschreiben, in der sie sich unter anderem dazu verpflichten, andere Christen nicht herabzusetzen, sondern in Konfliktfällen möglichst das Gespräch mit ihnen zu suchen. Außerdem wollen die Unterzeichner dazu beitragen, den Missionsauftrag über Gemeindegrenzen hinaus wahrzunehmen. Das neue Musical „Noch einmal Kapernaum“, das für die Impulstour geschrieben wurde, besuchten am Abend über 800 Gäste. Mit 600 Erwachsenen, 200 Jugendlichen und 100 Kindern beim Nachmittagsprogramm blieb die Besucherzahl hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück. Nach Angaben Steebs hat die Resonanz der Teilnehmer aber gezeigt, daß ihre Erwartungen „eher übererfüllt“ wurden. Er hoffe nun, daß sich zu den sieben Folgeveranstaltungen noch mehr Christen einladen lassen. Nächste Station der Impulstour ist am 1. Mai Hamburg.