14.04.2004
Theologieprofessor: Arbeiten ist paradiesisch
Gedanken zur Arbeitsethik beim Gemeindeferienfestival „Spring“<br />
Theologieprofessor: Arbeiten ist paradiesisch
Gedanken zur Arbeitsethik beim Gemeindeferienfestival „Spring“
R u h p o l d i n g (idea) – Arbeit ist aus jüdisch-christlicher Sicht keine lästige Pflicht, sondern ein positiver Auftrag Gottes für den Menschen. Während in anderen Kulturen Arbeiten Sklavensache war, gehört es im biblischen Schöpfungsbericht bereits zum Paradies, wo Adam und Eva die Aufgabe hatten, den Garten Eden zu bebauen und zu bewahren. Darauf hat der evangelische Theologieprofessor Rainer Mayer (Mannheim) in einer Bibelarbeit beim Gemeindeferienfestival „Spring“ im oberbayerischen Kurort Ruhpolding hingewiesen. Seiner Überzeugung nach steht Fleiß nicht im Widerspruch zum Gebot der Bergpredigt, daß sich Christen keine Sorgen darum machen sollen, was sie am nächsten Tag zu essen haben und womit sie sich kleiden. Gefährlich sei es allerdings, durch die Arbeit die geistliche Orientierung zu verlieren: „Die Dinge dieser Welt wollen das Herz fressen und verzehren.“ Das Engagement für das Reich Gottes müsse deshalb Priorität haben. Der pfingstkirchliche Pastor Uwe Schäfer (Wuppertal) warnte vor einem Wohlstandsevangelium, das in Verbindung mit dem christlichen Glauben die Erfüllung materieller Wünsche predige. Christen hätten Grund zur Bescheidenheit und müßten bereit sein, sich mit dem Überlebensnotwendigen zu begnügen. Andererseits dürften sie mit der Großzügigkeit Gottes rechnen. Dieser habe die Natur – etwa die in der Bergpredigt genannten „Lilien auf dem Felde“ – reich ausgestattet. Deshalb werde er auch bei seinen Kindern nicht knauserig sein.