14.04.2004
Senioren als Gemeinde-Mitarbeiter entdecken
Auch Evangelikale sehen ältere Menschen häufig nur als Betreuungsobjekte<br />
Senioren als Gemeinde-Mitarbeiter entdecken
Auch Evangelikale sehen ältere Menschen häufig nur als Betreuungsobjekte
R u h p o l d i n g (idea) – „Ältere Menschen sind ein unausgeschöpftes Potential als Mitarbeiter im Reich Gottes.“ Dieser Überzeugung ist der pensionierte Schulleiter Rolf Brune (Stuttgart), der zum Vorstand des Missionswerks „Navigatoren“ gehört. Beim Gemeindeferienfestival „Spring“ in Ruhpolding kritisierte Brune, daß Senioren selbst in evangelikalen Gemeinden häufig nur als betreuungsbedürftige Personen betrachtet würden. Dabei hätten sie Gaben und Erfahrungen einzubringen, von denen die ganze Gemeinde profitiere. „Es entsteht der Eindruck, daß man der älteren Generation nichts mehr zutraut.“ Kritisch sieht Brune auch den Trend in Gemeinden, übernatürliche Gaben wie Heilung oder vollmächtiges Predigen stark zu betonen und dabei natürliche Gaben wie Führungskompetenz oder Kommunikationsfähigkeit gering zu achten. Beispielsweise fehlten in vielen Gemeinden Menschen, die „trösten und ermutigen“ können. Hier sei ein mögliches Einsatzgebiet für Ältere, da sie über ihre Zeit freier verfügen könnten.
Entscheidend für gesundes Altern: der Lebensstil
Der pensionierte Schulleiter wies darauf hin, daß laut Studien Älterwerden in der Öffentlichkeit mit falschen Vorstellungen behaftet sei. So stimme es nicht, daß ältere Menschen depressiver seien als jüngere. Auch die Behauptung, Senioren könnten nichts Neues mehr lernen, werde durch wissenschaftliche Untersuchungen widerlegt. Wer sich im Alter noch langfristige Lebensziele setze, auf körperliche Bewegung und geistige Fitneß achte und sich um soziale Kontakte bemühe, anstatt seine Tage vor dem Fernsehgerät zu verbringen, habe ein deutlich gesenktes Risiko, an Demenz zu erkranken. „Der Lebensstil zwischen 60 und 75 entscheidet darüber, ob ich ab 75 selbständig oder abhängig sein werde“, so Brune. Christen dürften in der Gewißheit alt werden, daß Gott sie jederzeit in seinem Reich einsetzen wolle. Selbst gesundheitliche Einschränkungen seien kein Hindernis, für andere Menschen zu beten und im persönlichen Umfeld die christliche Botschaft weiterzusagen.