13.04.2004
Vorerst kein Dialog von Adventisten und Weltweiter Evangelischer Allianz
Theologische Gespräche an Geldmangel gescheitert<br />
Vorerst kein Dialog von Adventisten und Weltweiter Evangelischer Allianz
Theologische Gespräche an Geldmangel gescheitert
S t u t t g a r t (idea) - Der theologische Dialog zwischen der Weltweiten Evangelischen Allianz und den Siebenten-Tags-Adventisten kommt vorerst nicht zustande. Schuld sei die prekäre finanzielle Situation der Weltallianz, teilte der Vorsitzende ihrer Theologischen Kommission, Rektor Rolf Hille (Tübingen), idea mit. Die Allianz könne auch in absehbarer Zukunft nicht die Kommissionskosten aufbringen. Die ehrenamtlich tätige Theologische Kommission sei außerdem stark mit anderen Themen beschäftigt, beispielsweise mit Fragen der theologischen Ausbildung und der Bioethik. Ursprünglich sollte der im November 2000 vereinbarte Dialog bereits im September 2001 in Glacier View im US-Bundesstaat Colorado beginnen. In vier bis fünf Jahren sollten theologische Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet werden. Der Auftakt wurde wegen finanzieller und personeller Probleme bei der Weltallianz verschoben. Der geschäftsführende Direktor der Theologischen Kommission, Jim Stamoolis (Wheaton bei Chicago), der die Gespräche wesentlich vorbereitet hatte, verließ die Allianz im Sommer 2001. Ein Ersatztermin im August 2002 scheiterte, weil die Zeit für eine gründliche Vorbereitung nicht ausreichte. Er wurde ohne konkreten Termin auf das Jahr 2003 verschoben, kam aber auch nicht zustande.
Adventisten ruhen am Samstag und lieben eine gesunde Lebensweise
Laut Hille strebt die Allianz eine „kritische Auseinandersetzung mit adventistischen Sonderlehren“ an. Dabei soll auch geprüft werden, ob eine Zusammenarbeit auf der Theologischen Glaubensbasis der Evangelischen Allianz möglich ist. Im Unterschied zu anderen Kirchen feiern Adventisten den Sonnabend und nicht den Sonntag als Ruhetag. Außerdem legen sie Wert auf eine gesunde Lebensweise und enthalten sich des Konsums von Tabak und Alkohol; manche verzichten auch auf Tee, Kaffee und Fleisch. Die Adventisten sind vor allem am Abbau gegenseitiger Vorurteile interessiert. In einigen Bereichen, etwa beim Einsatz für Religionsfreiheit, halten sie eine Zusammenarbeit für möglich. In den vergangenen Jahren führten sie theologische Gespräche mit dem Lutherischen Weltbund, dem orthodoxen Ökumenischen Patriarchat in Istanbul, dem Reformierten Weltbund, dem Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen und der Heilsarmee.
Mitglied in der Deutschen Bibelgesellschaft - Gast bei VEF und ACK
Die seit rund 130 Jahren bestehenden Siebenten-Tags-Adventisten haben weltweit über 13 Millionen Mitglieder in mehr als 200 Ländern. In Deutschland sind sie mit 36.000, in der Schweiz mit etwa 4.000 und in Österreich mit 3.600 Mitgliedern vertreten. In Deutschland sind die Adventisten Mitglied der Deutschen Bibelgesellschaft und Gastmitglieder in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen und in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). In der Schweiz hat die Freikirche in verschiedenen kantonalen ACKs Gaststatus und ist Mitglied der Schweizerischen und der Waadtländischen Bibelgesellschaft. In Österreich gehört sie der dortigen Bibelgesellschaft an. Die Weltweite Evangelische Allianz hat nach eigenen Angaben Kontakt zu rund zwei Millionen Gemeinden mit insgesamt bis zu 400 Millionen Mitgliedern in 123 Ländern.