07.04.2004

Indonesien - Gute Nachricht aus Ambon

Begangene Gräueltaten hinterlassen Wunden

Indonesien - Gute Nachricht aus Ambon

Begangene Gräueltaten hinterlassen Wunden

(WEA/ÖEA)



Pastor John Barr von der Uniting International Mission, einer australischen Missionsgesellschaft, die seit vielen Jahren in Indonesien arbeitet, berichtet von einer wesentlichen Verbesserung der Lage. Dennoch gibt es nach wie vor große Spannungen. Über 30.000 Vertriebene wagen sich nicht zurück in ihre Dörfer, die von Moslems besetzt sind.



Bei einem Besuch auf einer Nachbarinsel traf er zwei junge Frauen, die ihr Dorf erst in der Nacht davor verlassen hatten. Die Bevölkerung dieses Dorfs war - wie in vielen anderen Dörfern - mit vorgehaltener Waffe zum Übertritt zum Islam gezwungen worden. Zwang und Gewalt "im Namen Gottes" sind in Indonesien keine Seltenheit. Die Geschichte dieser jungen Frauen ist erschreckend. Sie erzählten von erzwungenen Beschneidungen gefolgt von erzwungener Heirat mit Moslems. Christen in entlegenen Gebieten Indonesiens werden immer wieder Opfer solcher Übergriffe.



Die beiden jungen Frauen leben in Angst. Sie können nicht nach Hause zurückkehren. Ihre Familie und Freunde in ihrem Heimatdorf bekamen neue Namen und müssen unter Androhung des Todes an islamischen Gebeten in der Moschee teilnehmen. In ihrem Herzen halten diese Menschen jedoch an ihrer wahren Identität als Christen fest. Die jungen Frauen erzählten, wie die Leute in ihrem Haus im Dorf still das Vaterunser beten und den Herrn täglich in ihrem Herzen preisen. Manche Dorfbewohner haben sogar Tote exhumiert und heimlich nach christlichem Ritus begraben.



Die Lage auf der indonesischen Inselgruppe der Molukken bleibt für viele Christen schwierig. Die Leiter der protestantischen Kirchen sind im Gespräch mit örtlichen moslemischen Leitern, um zu einem friedlichen Zusammenleben zu finden. (Anmerkung des Übersetzers: Die Vertreibungen gehen nicht auf das Konto der örtlichen islamischen Gemeinschaft sondern sind in den meisten Fällen das Werk von "Jihadkriegern" von auswärts).