06.10.2026

Pressemitteilung: Religionsfreiheit weltweit auf dem Rückzug

Die Evangelische Allianz in Deutschland macht auf Verletzungen der Religionsfreiheit weltweit aufmerksam. Im Fokus stehen Nigeria, Syrien und Zentralasien. Christen sind eingeladen, für bedrängte Glaubensgeschwister zu beten und Solidarität zu zeigen

Bad Blankenburg, Oktober 2026. Religionsfreiheit gehört zu den grundlegenden Menschenrechten und ist in Deutschland im Grundgesetz verankert. Weltweit steht dieses Recht jedoch zunehmend unter Druck. Die Evangelische Allianz in Deutschland warnt vor einer besorgniserregenden Entwicklung: In zahlreichen Ländern werden Menschen wegen ihres Glaubens diskriminiert, überwacht, bedroht oder daran gehindert, ihre Religion frei auszuüben. Vielerorts sind christliche Minderheiten davon betroffen.

Vor diesem Hintergrund beteiligt sich die Evangelische Allianz am 1. November 2026 am weltweiten Gebetstag für verfolgte Christen. Der Gebetstag macht auf Verletzungen der Religionsfreiheit aufmerksam und ermutigt dazu, für bedrängte Christen zu beten und sich für dieses Menschenrecht einzusetzen.

Für die Evangelische Allianz ist Gebet mehr als ein Zeichen der Anteilnahme. Christen glauben an einen lebendigen Gott, der handelt, Menschen verändert und Hoffnung schenkt. Der Gebetstag verbindet deshalb die Aufmerksamkeit für Unrecht mit der Zuversicht, dass Gott durch Gebet Menschen stärkt, Beziehungen verändert und neue Wege eröffnet. Wer für bedrängte Menschen betet, bringt ihre Not vor Gott und nimmt Anteil an ihrem Leid.

„Religionsfreiheit ist ein Gradmesser für den inneren Zustand einer Gesellschaft. An ihr zeigt sich, wie ernst eine Gesellschaft die Würde und Freiheit jedes Menschen nimmt, gerade auch die von Andersgläubigen und religiösen Minderheiten“, erklärt Matthias Böhning, Leiter des Arbeitskreises Religionsfreiheit, Menschenrechte und verfolgte Christen (AKREF) der Evangelischen Allianz in Deutschland. „Wo Menschen ihren Glauben nicht frei leben dürfen, sind häufig auch andere Freiheitsrechte bedroht. Deshalb geht Religionsfreiheit uns alle an.“

Der diesjährige Gebetstag richtet den Blick besonders auf Nigeria, Syrien und die Staaten Zentralasiens. Diese Länder und die Region stehen beispielhaft für unterschiedliche Formen der Bedrängnis und Verfolgung von Christen.

In Nigeria leiden christliche Gemeinschaften weiterhin unter Angriffen und Entführungen durch extremistische Gruppen. Bei einem Angriff auf die überwiegend christliche Gemeinde Yelwata im Bundesstaat Benue kamen nach Angaben der Organisatoren des Gebetstages im Juni 2025 mehr als 200 Menschen ums Leben.

In Syrien hat sich die Lage vieler christlicher Gemeinden nach dem politischen Umbruch Ende 2024 weiter verschärft. Neben wirtschaftlicher Not und den Folgen jahrelanger Konflikte berichten Kirchen von zunehmender Unsicherheit, Angriffen auf christliche Einrichtungen und einer wachsenden Abwanderung christlicher Familien.

In den Staaten Zentralasiens stehen Christen vielerorts vor allem unter staatlichem Druck. Strengere Religionsgesetze, umfangreiche Registrierungsauflagen und die Überwachung religiöser Aktivitäten erschweren besonders kleineren Gemeinden ihre Arbeit. Menschen, die vom Islam zum Christentum übergetreten sind, erleben zusätzlich gesellschaftliche und familiäre Ausgrenzung.

Aus Sicht der Evangelischen Allianz in Deutschland haben die Entwicklungen auch für Deutschland Bedeutung. Religionsfreiheit werde hierzulande oft als selbstverständlich wahrgenommen. Der Blick auf andere Regionen der Welt zeige jedoch, wie verletzlich dieses Grundrecht sein kann. „Viele Menschen in Deutschland setzen Freiheit als gegeben voraus. Die Lage in anderen Ländern erinnert uns daran, wie verletzlich Menschenrechte sein können und dass sie geschützt, verteidigt und immer wieder neu wertgeschätzt werden müssen“, sagt Reinhardt Schink, Vorstand der Evangelischen Allianz in Deutschland.

Der Gebetstag ruft zur Solidarität mit verfolgten Christen auf und schärft das Bewusstsein für Verletzungen der Religionsfreiheit weltweit. Christen beten an diesem Tag für Menschen, die wegen ihres Glaubens bedrängt werden, für politische Verantwortliche und für gesellschaftliche Veränderungen, die ein Leben in Freiheit und Sicherheit ermöglichen.

Weltweiter Gebetstag für verfolgte Christen 2026

Termin: 1. November 2026
Als Schwerpunkt empfehlen wir dieses Jahr die Länder Zentralasien, Nigeria, Syrien.

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