09.12.2018

"Im Gebet dafür einstehen, dass das ,C‘ ihre politische Arbeit prägt."

Heimowski: Sie vertritt Positionen, für die auch die Evangelische Allianz steht

Die neue CDU-Vorsitzende, Annegret Kramp-Karrenbauer

Heimowski: Sie vertritt Positionen, für die auch die Evangelische Allianz steht

Berlin (idea) – Die Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur CDU-Vorsitzenden auf dem Bundesparteitag in Hamburg ist auf viel Zustimmung, aber auch auf Kritik gestoßen. Die 56-jährige katholische Saarländerin hatte sich am 7. Dezember in der Stichwahl gegen Friedrich Merz durchgesetzt. Der Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz der Bundesregierung und des Bundestages, Uwe Heimowski (Berlin), wünschte der neuen Vorsitzenden, dass sie mit ihrem „sachlich programmatischen Politikstil“ als Brückenbauerin in Deutschland und Europa auftreten könne. „Wir stehen im Gebet dafür ein, dass das ,C‘ ihre politische Arbeit prägt“, sagte er auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Kramp-Karrenbauer habe eine leidenschaftliche und optimistische Rede gehalten, in der sie unter anderem für eine christliche Politik geworben und das „C“ als Leitstern bezeichnet habe. Sie habe sich zum Lebensschutz sowie zur klassischen Ehe zwischen Mann und Frau bekannt und die Verantwortung der Bürger sowie den Zusammenhalt der Familie betont: „Positionen, die auch die Deutsche Evangelische Allianz vertritt.“

Prälat Karl Jüsten: Für uns ist Kramp-Karrenbauer eine sehr gute Wahl

Der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Prälat Karl Jüsten, sagte gegenüber „Domradio“ (Köln), Kramp-Karrenbauer sei stark in der katholischen Kirche beheimatet: „Das ist für uns natürlich eine sehr gute Wahl.“ Kramp-Karrenbauer – Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken – habe ähnliche Antworten auf Fragen gegeben, „wie wir sie als Kirche geben“. Während ihrer Rede habe man gespürt, dass sie die katholische Soziallehre nicht nur verstanden habe, sondern auch anwende. Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), wünschte Kramp-Karrenbauer auf Facebook „für die Arbeit an der Spitze der CDU alles Gute und Gottes Segen“.

WerteUnion bedauert Ergebnis für ein „weiter so“

Bedauern über das Wahlergebnis äußerte die WerteUnion. Die Delegierten hätten sich „leider gegen die notwendige Erneuerung der CDU und für ein ,weiter so‘ ausgesprochen“. Sie hätten sich gegen den in den Regionalkonferenzen deutlich gewordenen Wunsch der Basis nach einer Erneuerung der Partei unter einem Vorsitzenden Friedrich Merz gestellt. Die WerteUnion fordert die neue Parteivorsitzende auf, sich für eine echte Erneuerung der CDU einzusetzen. Dazu gehöre eine „deutliche Kurskorrektur“ bei den Themen Migration, Innere Sicherheit sowie Wirtschafts- und Finanzpolitik: „Ebenso bedarf es einer deutlich stärkeren Einbindung des konservativen Flügels der Partei.“ Die WerteUnion ist ein Zusammenschluss konservativer Mitglieder innerhalb der CDU/CSU. Kramp-Karrenbauer hatte auf dem 31. CDU-Bundesparteitag in der Stichwahl 517 von insgesamt 999 abgegebenen Stimmen erhalten, für Merz votierten 482 Delegierte. Im ersten Wahlgang entfielen 450 Stimmen auf Kramp-Karrenbauer, 392 auf Merz und 157 auf Gesundheitsminister Jens Spahn. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich nach über 18 Jahren an der Spitze der Partei nicht mehr zur Wahl gestellt. Kramp-Karrenbauer, die aufgrund ihrer Initialen häufig „AKK“ genannt wird, war von 2011 bis Februar 2018 Ministerpräsidentin des Saarlandes und anschließend Generalsekretärin der Partei. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder.