02.08.2018

123. Allianzkonferenz 2018 gestartet

„Wir erleben immer stärker, dass das Wort Gottes in unserer Gesellschaft zu verdunsten beginnt", sagte Kauder am Mittwochabend in einem Grußwort zur Eröffnungsveranstaltung der 123. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg.

Hartmut Steeb

Der CDU/CSU Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag, Volker Kauder, hat den Rückgang des christlichen Glaubens in der Gesellschaft bemängelt. „Wir erleben immer stärker, dass das Wort Gottes in unserer Gesellschaft zu verdunsten beginnt", sagte Kauder am Mittwochabend in einem Grußwort zur Eröffnungsveranstaltung der 123. Allianzkonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) in Bad Blankenburg.

Unter dem Thema „Berufung“ folgt die Konferenz bis zum kommenden Sonntag in Bibelarbeiten, Seminaren und einem kulturellen Rahmenprogramm den Spuren im Leben des biblischen Königs David. Von der Konferenz gehe eine Kraft aus, erklärte der Unionspolitiker in seinem Grußwort. „Es ist nicht immer so, dass die Heilige Schrift zu jeder Frage, die in der Politik entschieden werden muss, eine klare Antwort gibt", sagte er. Da helfe das Hören auf Gott. Kauder verwies auf die christlich-jüdischen Wurzeln Deutschlands. „Nicht das Maulheldentum, sondern die Tat muss zeigen, dass wir aus dieser Tradition leben", erklärte der CDU-Mann. Politik auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes bedeute, dass in jedem Menschen das Ebenbild Gottes mit der ihm eigenen unverwechselbaren Würde zu sehen sei. „Das heißt, dass ich über Menschen nicht sprechen kann, wie über Kartoffelsäcke", erklärte Kauder in einer anschließenden Diskussionsrunde mit Teilnehmern der Konferenz. Kauder ging auf die unionsinternen Debatten über die Flüchtlingspolitik ein. „Wenn wir das ernst nehmen, dann gäbe es manches, was es in den letzten Wochen bei uns in der Union und in der Politik gegeben hat, nicht."

Die Eröffnungspredigt zur Allianzkonferenz hielt Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg. In der Predigt zu Psalm 23 ermutigte sie unter anderem zum Vertrauen auf Gott und zum fairen Umgang auch mit „Feinden“. „Es ist wichtig, festzuhalten, dass für uns als Menschenfamilie der Feind immer außen sitzt“. Menschen dürften sich nicht persönlich anfeinden, sondern sollten auch bei Meinungsverschiedenheiten um die verbindende Kraft Jesu wissen. Dabei nahm die Pfarrerin auch Bezug auf Kauders Aussagen, der zu einer zivilisierten Diskussionskultur aufgerufen hatte.

Ihre Predigt schloss Deitenbeck-Goseberg mit einem persönlichen Erlebnis. Durch eine schwere Blutkrebserkrankung, die sie im vergangenen Jahr fast das Leben gekostet hätte, habe sie erleben dürfen, „dass das, was ich all die Jahre verkündet habe, wirklich trägt und hält“. Sie sei glücklich gewesen, ihre Berufung – das Thema der diesjährigen Allianzkonferenz – auch in schweren Zeiten weiterhin leben zu dürfen.

Vom 01. bis zum 05. August erwartet die Deutsche Evangelische Allianz Besucher aus Thüringen und dem gesamten Bundesgebiet. 2017 waren rund 1.700 Teilnehmer bei der Konferenz. Neben den Angestellten im Allianzhaus sorgen rund 150 ehrenamtliche Mitarbeiter und Referenten für den reibungslosen Ablauf der Konferenz. Besucher können an der gesamten Konferenz oder als Tagesgäste auch ohne vorherige Anmeldung teilnehmen.

Seit Mittwoch findet auf dem Gelände der Evangelischen Allianz bereits ein internationales Jugendcamp statt, am Sonntag, dem 29. Juli begannen zudem noch eine Chor- und eine Gebetsfreizeit.

Ausrichter der Konferenz ist die Deutsche Evangelischen Allianz (DEA), die ihren Sitz in Bad Blankenburg hat und sich als ein Netzwerk verschiedener evangelisch gesinnter Organisationen und Gemeinden versteht. Gegründet wurde die Deutsche Evangelischen Allianz 1846 in London als interkonfessionelle Einigungsbewegung. Heute bestehen in Deutschland rund 1.000 örtliche Allianzen. Die erste Allianzkonferenz fand 1886 in Bad Blankenburg statt. Ehrenamtlicher Vorsitzender der DEA ist Pastor Ekkehart Vetter, der Präses des freikirchlichen Mülheimer Verbandes.

Weitere Informationen zur DEA sowie zur Allianzkonferenz im Internet unter https://allianzhaus.de/.

Journalisten, die die Konferenz zur Berichterstattung besuchen, melden sich bitte formlos per E-Mail beim Pressesprecher der Konferenz, Egmond Prill, sowie vor Ort im Pressebüro im „Haus Glaube“ (zentrales Gästehaus, auf der Ebene des Allianzhauscafés), an. Am Freitag, dem 3. August um 12 Uhr laden wir zum Pressegespräch (siehe Anlage) in den kleinen Speisesaal im „Haus Liebe" ein. Interviews während der Konferenz melden Sie bitte unter Angabe des Mediums beim Pressesprecher an.

Kontakt: Egmond Prill, Pressesprecher | Mobil: 0172 - 5210224 | E-Mail: prill@kep.de