23.03.2021

Holocaust-Gedenktag aus Berliner Allianz-Büro gesendet

„Mit angemessener Würde und Tiefgang“ hat die „Initiative 27. Januar“ ihre jährliche Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag begangen. Dies sei besonders bemerkenswert, weil es nach 15 Jahren mit regulären Treffen die erste virtuelle Gedenkveranstaltung war, erklären der Vorsitzende Harald Eckert und der Direktor des Hauptstadtbüros, Josias Terschüren. Die Veranstaltung wurde aus dem Berliner Büro der Evangelischen Allianz gesendet, dessen Leiter, der Politikbeauftragte Uwe Heimowski, zum Beirat der Initiative gehört. Von Berlin aus schloss das Gedenken Menschen aus Hamburg, Dresden, Stuttgart, Tübingen und München virtuell zusammen. Hauptsprecherin war die 99-jährige Margot Friedländer mit einem bewegenden Zeugnis ihrer persönlichen, erschütternden Holocaust-Erfahrungen. Das Treffen gipfelte in einem gemeinsamen Gedenkmoment und dem Einstehen für ein „Nie wieder“. Die „Initiative 27. Januar“ setzt sich ein für das Holocaust-Gedenken, den Kampf gegen Judenhass und das Engagement für starke deutsch-israelische Beziehungen.

Evangelische Allianz verurteilt Antisemitismus und Rechtsradikalismus
Zugleich betont der Generalsekretär der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD), Reinhardt Schink, die klare Haltung der EAD gegen Antisemitismus und Rechtsradikalismus. Die Evangelische Allianz verurteile die unsäglichen Verbrechen der NS-Diktatur ebenso wie alle rechtsradikalen und antisemitistischen Entwicklungen heute. Schink räumt ein, dass „wir uns direkt nach 1945 klarere Statements und Schuldbekenntnisse der EAD gewünscht hätten“. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme von 1933 hätten sich „innerhalb der EAD leider die falschen Stimmen durchgesetzt, es wurde der NS-Ideologie kein Widerstand geleistet“, schreibt Schink in einer persönlichen Erklärung.Der Generalsekretär verweist auf das von der EAD in Auftrag gegebene Buch „Der Weg der Evangelischen Allianz in Deutsch-Ein persönlicher Nachruf auf einen evangelikalen MedienpionierDanke, Horst Marquardt!Holocaust-Gedenktag aus Berliner Allianz-Büro gesendetland“ (1969) von Erich Beyreuther, in dem die Geschichte der Evangelischen Allianz inklusive der NS-Zeit aufgearbeitet und auch die Fehlentwicklungen und die Schuld der EAD benannt worden seien. Schink zitiert außerdem ein Schuldeingeständnis des Allianzvorsitzenden Walter Zilz. In einem Ende 1946 veröffentlichten ersten Flugblatt nach dem Krieg heißt es: „Wir bekennen, dass das Zeugnis der Evangelischen Allianz oft nicht klar und geistesmächtig genug gewesen ist. Wir sind den Mächten des Unglaubens in unserem Volk nicht stark und mutig genug entgegengetreten und haben auch die Bedürfnisse unserer Zeit zu wenig in treuer Für-bitte priesterlich vor Gott gebracht.“ Damit sich das Unrecht der NS-Zeit nicht wiederholt, gehören Gebet und Gesellschaftsverantwortung zusammen. Die Evangelische Allianz in Deutschland steht gegen die NS-Ideologie, Rechtsradikalismus und Antisemitismus.