21.01.2019

Christenverfolgung nimmt weltweit weiter zu

Neuer Weltverfolgungsindex vom Hilfswerk Open Doors zeigt an, wo Christen am stärksten verfolgt werden

(DEA) „Wir danken Open Doors für die immense Forschungsarbeit weltweit, die unter oft sehr schwierigen Bedingungen Fakten erhebt und bewertet. Fakten und Statistiken sind aber unverzichtbar für eine gute Grundlage des Handels“, betonte Ekkehart Vetter, der Erste Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, im Hinblick auf die Veröffentlichung des Weltverfolgungsindex 2019 durch das christliche Hilfswerk „Open Doors“ in der vergangenen Woche. Diese Rangliste der 50 Länder, in denen Christen die stärkste Verfolgung wegen ihres Glaubens erleben, wird von einem ausführlichen Bericht darüber begleitet, wie sich Verfolgung in diesen Ländern äußert und auswirkt und wird jährlich neu herausgegeben. Ziel dieses Indexes sei es, Kirchen, Medien, Politik und Gesellschaft auf die Situation der bedrängten Kirche aufmerksam zu machen. Vor allem aber sei es ein Aufruf zum Gebet und praktischen Einsatz für unsere weltweit am stärksten unterdrückten Glaubensgeschwister, betont Open Doors.
„Der Weltverfolgungsindex mit den 50 Ländern, in den Christen am härtesten verfolgt werden, zeigt seit etwa 2006 eine starke Zunahme der weltweiten Verfolgung von Christen; diese Tendenz hat sich ab 2012 stetig intensiviert. Parallel dazu hat der digitale Fortschritt die Möglichkeiten globaler Kommunikation merklich erweitert und damit konnte die Situation der Christen in mehreren Ländern besser dokumentiert werden, auch weil dadurch mehr Quellen in diesen Ländern Berichte beitragen konnten. Zum 18. Mal in Folge belegt Nordkorea den ersten Rang auf dem Weltverfolgungsindex. Hier herrscht das erdrückendste autoritäre Regime der Welt, für das jede Abweichung von der Verehrung des obersten politischen Führers als Verbrechen gilt.“
Laut Open Doors gibt es derzeit folgende Entwicklungen:
- Totalitäre Herrschaftssysteme setzen Religionsgemeinschaften verstärkt unter Druck
Nationalistische Regierungen und Gesellschaften brandmarken Christen als Anhänger einer „fremden Religion“
- Ausbreitung des extremistischen Islam über den Nahen Osten nach Subsahara-Afrika

„Es ist katastrophal, dass Verfolgung nicht auf Einzelfälle beschränkt ist, sondern Massen von Menschen und ganze Gesellschaften erfasst und um der Konzentration willen hierfür sogar eine Rankingliste nötig ist, so als ginge es um einen Wettbewerb“, kommentierte Hartmut Steeb, der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, die Bekanntgabe des aktuellen Indexes. Er betonte erneut, dass die Evangelische Allianz seit ihrer Gründung vor über 170 Jahren ein besonderes Augenmerk darauf richte, in Fragen der Christenverfolgung ihre Stimme zu erheben. Auch deshalb habe sie seit vielen einen eigenen Arbeitskreis „Religionsfreiheit – Menschenrechte – Verfolgte Christen“ (AKREF), um das Thema der Christenverfolgung immer wieder ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen. Dessen Leitung liegt beim württembergischen Missionstheologen Dr. Paul Murdoch.

Steeb sieht nach wie vor eine hohe Priorität in der Kommunikation und Umsetzung folgender Punkte:

1. Christen müssen das Gebet für die verfolgten Glaubensgeschwister verstärken. Wir veröffentlichen dazu täglich ein neues Gebetsanliegen, eine neue Gebetsbitte. Die Verfolgung findet leider täglich statt. Dann sollten wir als Christen in der Freiheit auch täglich diese vor Gott tragen.

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2.Kirchen und Gemeinden müssen dem Gebet für Verfolgte und dem Einsatz für Verfolgte eine höhere Gewichtung geben. Es reicht nicht, nur einmal im Jahr in einem Gottesdienst auch dieser unsäglichen Katastrophen zu gedenken. Wir unterstützen ausdrücklich die Sicht von Christof Sauer, Professor für Religionsfreiheit und Erforschung der Christenverfolgung an der Freien Theologischen Hochschule Gießen, dass Weltüberblicke über die Beeinträchtigung der Religionsfreiheit zuallererst zur Fürbitte führen sollten, unabhängig von Ranglisten und nicht nur für die traurigen Spitzenreiter unter den besonders schwierigen Ländern.

3. Wir danken der Bundesregierung für die Installation eines Beauftragten für Religionsfreiheit. Denn die Außenpolitik Deutschlands muss das Thema Religionsfreiheit zu einem Hauptthema in den politischen Kontakten machen. Verfolgung von Christen ist eine nicht hinnehmbare Menschenrechtsverletzung, die thematisiert werden muss, auch im Bereich zwischenstaatlicher Hilfen.

4. Wir brauchen einen Abschiebestopp für christliche Flüchtlinge in Staaten, die Christen verfolgen. Der Weltverfolgungsindex muss deshalb auf den Tisch aller mit Ausländerfragen befassten Behörden und ihrer Beamten, Staatsanwälte und Richter.

Seit vielen Jahren gibt es darum auch die vierzehntägigen Nachrichten des AKREF, die täglichen Gebetsanliegen sowie den Internationalen Gebetstag für verfolgte Christen“ fügt Steeb hinzu.