18.03.2019

Bremer Politiker stellen sich den Christen vor

Bremen: Die Veranstaltung der Evangelischen Allianz war gut besucht

Bremen (idea) – Politiker der fünf Fraktionen der Bremischen Bürgerschaft haben sich auf einer Veranstaltung der dortigen Evangelischen Allianz am 14. März vorgestellt. Anlass ist die Wahl der Bürgerschaft am 26. Mai. Moderator war der Politikbeauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz, Uwe Heimowski (Gera). Die Vertreterin der CDU, Sigrid Grönert, sagte, die Union und ihre Werte veränderten sich wie auch die Kirchen und die Gesellschaft insgesamt. Dennoch stehe die CDU „auch heute noch geschlossen zum christlichen Glauben und trotz aller Veränderungen zu seinen Werten, der Religionsfreiheit und den Kirchen“. Dazu gehöre das Recht, den christlichen Glauben öffentlich leben zu dürfen. Konkret sprach sie sich gegen Sterbehilfe und für Palliativmedizin und Sterbebegleitung in Hospizen aus. „Kein Mensch sollte alleine gelassen sterben müssen.“ Das Abtreibungsrecht solle nicht weiter gelockert werden. An der AfD kritisierte Grönert, dass die Partei „Sorgen und Ängste“ bediene, um Feindbilder zu schaffen.

Grüne für eine autofreie Stadt

Der SPD-Politiker Elombo Bolayela sprach sich besonders für den Schutz von Sonn- und Feiertagen aus. Sie seien für alle Menschen da. „Wer über den Sonntag immer wieder politisch diskutieren möchte und Geschäfte machen will, will den Grundsatz und die Existenz der Kirchen infrage stellen.“ Er wolle außerdem Begegnungsstätten „generationenübergreifend weiterentwickeln“, Schülern kostenlosen Eintritt in Museen ermöglichen und den öffentlichen Nahverkehr für Kinder und Jugendliche kostenlos machen. Ferner sollen Kitas gebührenfrei sein, und es soll ein landesweiter Mindestlohn von zwölf Euro eingeführt werden. Matthias Güldner von Bündnis 90/Die Grünen sagte, dass Umwelt- und Klimaschutz auch Verzicht bedeuteten. Ziel der Partei sei eine möglichst autofreie Stadt. Obwohl er und seine Frau fünf Kinder hätten, lebten sie ohne Auto. Der Verzicht solle nicht nur „das Klima retten und den Planeten schützen“, sondern auch die Verbindung zwischen Menschen stärken. So sei in seinem Stadtteil der Bürgersteig zu eng für Rollatoren und Kinderwägen. In einer autofreien Stadt sei dafür mehr Platz.

FDP für konservative Schulpolitik

Die Fraktionsvorsitzende der FDP in der Bürgerschaft, Lencke Steiner, bezeichnete ihre Fraktion als „sehr christlich“, weil alle sieben Mitglieder Christen seien. Ihr Menschenbild sei geprägt von „Eigenverantwortung und dem Leistungsgedanken, von Chancen und Teilhabe“. Es sei Ausdruck von Nächstenliebe, verschiedene Lebensentwürfe zu ermöglichen und zuzulassen. Ihre Partei setze sich stark für Familien, aber auch für Alleinerziehende ein. Weitere Schwerpunkte seien Bildung, Wirtschaft, Verkehr und innere Sicherheit. Als konkretes Ziel nannte sie, in den Schulen ab der ersten Klasse Rechtschreibung zu lehren, ab der dritten Klasse Noten zu geben und das Sitzenbleiben wiedereinzuführen. Der Vertreter der Partei „Die Linke“, Ingo Tebje, bezeichnete „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ als sein „persönliches Wertegerüst“. Er forderte, die Rüstungsindustrie in Bremen auf die Produktion anderer Güter umzustellen. Zur Bekämpfung der Armut befürwortete er einen Mindestlohn von 12,63 Euro. Investiert werden solle besonders in Kitas und Schulen in sozialen Brennpunkten.