04.08.2019

124. Allianzkonferenz: Mehr Teilnehmer als in den Vorjahren

Prof. Eckstein im Schlussgottesdienst: „Glauben heißt nicht ausruhen“

Der Theologieprofessor Hans-Joachim Eckstein.

Bad Blankenburg (idea) – An der 124. Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz vom 31. Juli bis 4. August im thüringischen Bad Blankenburg haben über 1.900 Menschen teilgenommen – rund 200 mehr als jeweils in den beiden Vorjahren. Das gab die Allianz am Abschlusstag bekannt. Der Theologieprofessor Hans-Joachim Eckstein (Tübingen) sagte am 4. August im Gottesdienst in seiner Predigt über Hebräer 12,1-11: „Glauben bedeutet nicht, auf dem Sofa zu sitzen.“ Der Hebräerbrief male das Bild eines Sportstadions vor Augen („Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens…“) Dazu Eckstein: „Glauben heißt nicht ausruhen, sondern heißt laufen. Glauben heißt Sport.“ Wer sportlich etwas erreichen wolle, könne auch keinen unnötigen Ballast mit sich herumtragen. In der Seelsorge begegneten ihm häufig kraftlose Menschen. Manche seien seelisch krank und häufig überbelastet. Sie schleppten durch zu viele Verpflichtungen zu viel Ballast mit sich, die sie sich selbst auferlegt hätten. Ferner äußerte er sich zu den Aussagen des Briefes, dass Gott Menschen züchtige. In Hebräer 12,6-7 heißt es: „Denn wen der Herr liebhat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt. Es dient zu eurer Erziehung, wenn ihr dulden müsst. Wie mit Kindern geht Gott mit euch um. Denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt?“ Das Bild solle Erwachsene an ihre Zeit als Kinder erinnern. Nicht alles, was man damals getan habe, habe sofort die Zustimmung der Eltern oder Lehrer erfahren. Man sei damals auch an den gesetzten Grenzen gewachsen, so Eckstein.

Nur lernen, wenn man Lust hat? Eckstein: Dann wäre ich nie Professor geworden

Die anti-autoritäre Erziehung in den 60er Jahren sei dann auf die Idee gekommen, man müsse den Kindern nur alles erlauben. Denn jedes Kind entwickle sich, wenn man es nur lasse, im besten Sinne. Das sei ein großer Irrtum gewesen. Auch heute gebe es pädagogische Ansätze, die besagten, dass Kinder dann lernen sollten, wenn sie dazu Lust haben. Ihn persönlich hätte das nie zum Professor gemacht, so Eckstein. Er betonte gleichzeitig, dass der Abschnitt für diejenigen, die verprügelt wurden, nicht hilfreich sei. Sie dürften die Stellen überblättern. Gott passe nicht zu solchen Gewalterfahrungen, denn er sei kein Gewalttäter: „Alles, was er tut, ist aus Liebe.“ Er mache nie etwas, was nicht zu „meinem Besten“ sei.

Neue Leiterin des Allianzhauses offiziell eingeführt

In dem Gottesdienst führten der Allianzvorsitzende, Präses Ekkehart Vetter (Mülheim an der Ruhr), und der Allianzgeneralsekretär Reinhardt Schink (München) die neue Leiterin des Evangelischen Allianzhauses in Bad Blankenburg, Gabriele Fischer, offiziell mit einem Segensgebet in ihre Aufgabe ein. Die vierfache Mutter hat ihr Amt bereits im März angetreten. Schink bezeichnete die Konferenz laut einer Mitteilung der Allianz als einen kleinen Vorgeschmack „auf den Reichtum, die Vielfalt und die Schönheit des Glaubens, wie ihn Jesus seiner Gemeinde schenkt“. Die Deutsche Evangelische Allianz hat an rund 1.000 Orten Allianzkreise. Sie veranstaltet unter anderem jährlich die Allianzgebetswoche im Januar. Die Allianzkonferenz fand erstmals 1886 statt. Die Evangelische Allianz wurde 1846 in London gegründet.