05.09.2017

Zehn Jahre Diospi Suyana

Perus Staatspräsident lobt Missionskrankenhaus in den Anden - Deutsches Ärzteehepaar finanzierte Klinik aus Spenden

Foto: Diospi Suyana

Curahuasi (idea) – Im Süden Perus feierte das Missionskrankenhaus Diospi Suyana (Quechua für: „Wir vertrauen auf Gott“) in der Andenstadt Curahuasi sein zehnjähriges Bestehen. Das deutsche Ärzteehepaar Martina und Klaus-Dieter John (ursprünglich Wiesbaden) hat die Klinik allein aus Spenden finanziert. Bei der Jubiläumsfeier am 31. August war auch Perus Staatspräsident Pedro Pablo Kuczynski (Lima) anwesend. Er würdigte die Klinik als „Werk mit Herz und Sachverstand“. Die Feier wurde eine Stunde lang live im staatlichen Fernsehen übertragen. John bezeichnete die Anwesenheit von Kuczynski und drei Ministern (Gesundheit/Heimat/Kommunikation) als „Ritterschlag“ für das Werk. „Der Glaube an Gott, der sich nicht in gemütlichen Plaudereien am Kaminfeuer erschöpft, sondern langfristig unzähligen Menschen hilft, hat die Anerkennung von Regierung, Medien und Bevölkerung gefunden“, schreibt der Mediziner auf der Internetseite des Werks. Bei einem Empfang für 250 Mitarbeiter erinnerte John daran, dass das Werk in zehn Jahren ein beispielloses Wachstum erlebt habe – allerdings mit Tiefen und Rückschlägen. Wichtig sei es, sich in solchen Phasen an Jesus Christus zu klammern.

„Gebetserhörung“: Polizei konnte Festakt schützen

Gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea bezeichnete John das Projekt als „Klinik aus Glauben“. Immer wieder erlebe man dort das übernatürliche Eingreifen Gottes. Dies sei auch bei der Jubiläumsfeier der Fall gewesen, weil der Besuch des Staatspräsidenten bis zuletzt auf der Kippe gestanden habe. Denn in Curahuasi hätten sich streikende Lehrer aus dem ganzen Land versammelt, die auf dem Fest ursprünglich ihre Anliegen vortragen wollten. Die Polizei habe allerdings das Vordringen der Demonstranten auf das Gelände verhindert. John: „Dafür hatten wir die ganze Nacht lang gebetet.“

Über 21 Millionen Euro an Spenden eingesammelt

Rund um Curahuasi leben etwa 750.000 Menschen, überwiegend Quechua-Indianer. Bevor das Krankenhaus errichtet wurde, gab es für sie kaum eine medizinische Versorgung. Die Klinik war usprünglich mit 55 Betten, vier Operationssälen, Intensivstation, Labor und Röntgeneinrichtung ausgestattet. Zum Jubiläum wurde das Gebäude aufgestockt und 45 Betten und ein weiterer Operationssaal kamen hinzu. Etwa 200 Peruaner und 50 Ausländer sind auf dem Gelände beschäftigt. 2010 wurden eine Zahn- und eine Augenklinik in Betrieb genommen, 2012 ein Kinderhaus und 2014 eine Schule. 2016 weihte das Werk ein Medienzentrum mit zwei Radio- und einem TV-Studio ein. Etwa 100.000 Privatpersonen und 230 Firmen haben Diospi Suyana bisher mit Spenden von über 23 Millionen Euro unterstützt. Mehr als 265.000 Patienten wurden bisher betreut. Derzeit sind es zwischen 100 und 150 täglich. Im Kinderhaus versammeln sich wöchentlich 400 Jungen und Mädchen, denen durch ein Pfadfinderprogramm christliche Werte vermittelt werden. Diospi Suyana ist als gemeinnütziges Werk in Peru, Deutschland und den USA anerkannt. Es trägt das Spendensiegel der Deutschen Evangelischen Allianz, auf deren Glaubensbasis es tätig ist. Der deutsche Trägerverein Diospi Suyana wurde 2002 in Tabarz/Thüringen gegründet. Vorsitzender ist der Ingenieur Olaf Böttger (Ober-Ramstadt bei Darmstadt).