Weißrussland: Erstes nicht-staatliche Altenheim eröffnet
Kobrin (idea) – In Weißrussland haben Baptisten das erste nicht-staatliche Altenheim eröffnet.
Das „Haus der Hoffnung“ mit 54 Plätzen befindet sich auf dem Gelände des baptistischen Kinderlagers „Zhemtschuzhinka" (Perlchen) nahe Kobrin bei Brest, einem ehemaligen Militärgelände. Die Baukosten von rund 390.000 Euro haben zum größten Teil Baptisten aus dem US-Bundesstaat Missouri übernommen. 52 Amerikaner waren bei der Einweihungsfeier Ende Juni dabei. Dabei bat der Präsident der weißrussischen Baptisten, Viktor Krutko (Minsk), die Gäste aus den USA, sich finanziell auch beim Unterhalt des Seniorenheims zu engagieren. Er verwies dazu auf das Gleichnis vom Barmherzigen Samariters, der versprochen hatte, für die Pflegekosten eines von Räubern zusammengeschlagenen Verletzten aufzukommen. Die Gäste aus den USA sicherten eine langfristige Unterstützung zu und äußerten die Hoffnung, dass das „Kobriner Modell“ in ähnlicher Form auch in anderen Ländern Mittel- und Osteuropas verwirklicht werden könne. Im August sollen die ersten Bewohner probeweise einziehen. Der Gesetzgeber schreibt ein halbes Jahr Probewohnen vor, bevor ein dauerhafter Aufenthalt möglich wird. Im 1995 eröffneten Kinderlager in Kobrin erleben jährlich rund 1.000 Kinder einen Ferienaufenthalt, darunter auch solche, die unter den Spätfolgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 leiden. Zum weißrussischen Bund der Evangeliumschristen-Baptisten gehören 291 Gemeinden mit etwa 13.500 Mitgliedern.

