03.10.2017

Die Kernbotschaft der Bibel schließt Gewalt in der Erziehung aus

Tedd Tripp beruft sich dabei auf das Alte Testament

Siegfried Winkler, 2.Vorsitzender der DEA, Foto: privat

Köln (idea) – Das Buch „Kinderherzen erziehen“ des US-Pastors Tedd Tripp (Hazleton, Bundesstaat Pennsylvania) steht in der Kritik. Das berichtet der Deutschlandfunk (Köln). Tripp empfiehlt, Kinder mit der Rute zu schlagen. Das sei „elterliche Pflicht“, schreibt der Pastor: „Wenn du eine Anweisung gegeben hast, die das Kind verstanden hat, und der es nicht gehorcht hat, dann muss es diszipliniert werden.“ Für die Vorsitzende der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, Prof. Sabine Andresen (Frankfurt am Main), ist das Kindesmisshandlung: „Es erschreckt mich, dass ein solches Buch auf dem Markt ist.“ Der Pastor berufe sich, so der Deutschlandfunk, auf das Alte Testament.

Deutsche Evangelische Allianz: Die Kernbotschaft der Bibel schließt Gewalt aus

Der 2. Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Siegfried Winkler (München), hält das für falsch: „Solche Stellen kann ich nicht als Rechtfertigung nehmen.“ Die Kernbotschaft der Bibel schließe Gewalt aus. Tripp lege die Bibel einseitig aus, sagte Winkler im Deutschlandfunk: „Er missbraucht mit Sicherheit seine Position, dass Menschen in besonderer Weise auf ihn hören. Wenn das verbunden ist mit einer Haltung, in der man diese Aussagen einfach übernimmt, dann wird’s sehr gefährlich.“ Der „evangelikale Erziehungsratgeber“, so der Deutschlandfunk, werde online von „kleineren christlichen Versand-Buchhändlern“ verkauft. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien habe sich mit der deutschen Neuausgabe des Buches noch nicht befasst, weil es ihr nicht vorliege. Das vor vier Jahren erschienene Werk von Tripp unter dem Titel „Eltern – Hirten der Herzen“ habe die Bundesprüfstelle aber auf die Liste jugendgefährdender Medien gesetzt.