Uganda: Kirchen erhöhen Sicherheitsmaßnahmen
Bischof Stanley Ntagali: Sorge um die körperliche Unversehrtheit von Gottesdienstbesuchern.
Kampala (idea) – In Uganda verschärfen Kirchen ihre Sicherheitsmaßnahmen. Wer Gottesdienste besuchen will, muss sich oft am Eingang ausweisen.
Außerdem werden mancherorts Metalldetektoren und Überwachungskameras installiert. Kirchenleiter raten zu solchen Maßnahmen, nachdem bei zwei Bombenanschlägen am 11. Juli 74 Menschen getötet wurden. Unter den Verletzten waren fünf US-Methodisten, die einheimische Kirchengemeinden unterstützten. Die Anschläge trafen Besucher eines Rugby-Klubs und ein äthiopischen Restaurants in Kampala, die das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft im Fernsehen verfolgten. Zu den Anschlägen bekannte sich die radikal-islamische Shabab-Miliz aus Somalia, die mit dem Terrornetz El Kaida in Verbindung steht. Sie hatte die WM in Südafrika verurteilt, weil Fußball aus christlichen Traditionen hervorgegangen und mit dem Koran unvereinbar sei. Die Anschläge richteten sich auch gegen die Stationierung ugandischer Friedenssoldaten in Somalia. Shabab hat weitere Gewalt angekündigt.
Kirchenpforten nur halb geöffnet
Der anglikanische Bischof Stanley Ntagali (Diözese Masindi-Kitara) begründete die verschärften Sicherheitsmaßnahmen mit der Sorge um die körperliche Unversehrtheit von Gottesdienstbesuchern. Man wolle verhindern, dass die falschen Leute in die Kirchen kämen. Pastor David Kiganda, stellvertretender Vorsitzender der Nationalen Gemeinschaft Wiedergeborener Kirchen, kündigte an, dass die Gemeinden ihre Mitglieder mit besonderen Ausweisen ausstatten werden. Kein Fremder dürfe an Gottesdiensten und Gebetsversammlungen teilnehmen. Wie die ökumenische Nachrichtenagentur ENI weiter berichtet, hat die ugandische Regierung alle Eigentümer öffentlicher Einrichtungen aufgefordert, für angemessene Sicherheitsmaßnahmen zu sorgen, etwa durch Wächter, Detektoren, Fernsehüberwachung und Beleuchtung. Laut ENI öffneten viele Kirchen ihre Pforten bei den Gottesdiensten am 18. Juli nur halb, um die Besucher besser kontrollieren zu können. Von den 31,4 Millionen Einwohnern Ugandas gehören 84 Prozent Kirchen an; zwölf Prozent sind Muslime und der Rest Anhänger von Naturreligionen.

