11.03.2018

Theologen: Christen in der Ex-DDR werden benachteiligt

Sie haben erlebt, dass der Glaube auch etwas kostet

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Berlin (idea) – Die Kirchen und Christen auf dem Gebiet der früheren DDR werden an vielen Stellen immer noch benachteiligt – dabei haben sie gerade aufgrund ihrer Vergangenheit großes Potenzial. Das sagten der Pfarrer der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Wittenberg, Alexander Garth, und der Politikbeauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz, Uwe Heimowski (Berlin), auf der dreitägigen Konferenz „Transforum 2018“ in Berlin. Laut Garth dominieren zum Beispiel bei der Besetzung von Leitungsämtern – auch im kirchlichen Bereich – „Wessis“. Das „Klischee vom dummen, gewaltbereiten, fremdenfeindlichen Ossi“ sei aber auch in Medien und Politik wieder präsent. Der Pfarrer forderte stattdessen dazu auf, „die Erfahrungen des Ostens zu umarmen“ – etwa den „Gemeindebau im Säkularismus“. Garth: „Die Kirchen und Christen aus der Ex-DDR mussten sich schon viel länger mit Atheismus und Säkularismus auseinandersetzen – einem Phänomen, das nun zunehmend auch in der alten BRD zu einem Megatrend wird.“ Weitere Erfahrungswerte der ostdeutschen Christen sind laut Heimowski eine große Offenheit für Ökumene und neue Modelle bei Gemeindegründungen. Weil die Christen in der DDR in der Minderheit gewesen seien, hätten Konfessionen auch leichter zusammengefunden. Zudem habe „der Glaube etwas gekostet, die Pastoren arbeiten also aus vollster Überzeugung“. Die Konferenz „Transforum“ wird von dem Verein „Gemeinsam für Berlin“ veranstaltet und stand in diesem Jahr unter dem Thema „Böses durch Gutes überwinden“. Garth ist Buchautor, Theologiedozent und Gründer der „Jungen Kirche Berlin“. Er wuchs in Sachsen auf. Seit 2017 ist er in Wittenberg an der Kirche Pfarrer, an der auch der Reformator Martin Luther (1483–1546) gepredigt hat.