06.12.2017

Syrien: Helfen wir beim Wiederaufbau!

Wie es nach dem Bürgerkrieg weitergehen sollte ein Bericht für idea von Thomas Schech

Im Oktober in Beirut: Ich bin zum ersten Mal im Libanon. Die Stadt pulsiert und ist voller Gegensätze. Das Land: wunderschön und doch so labil. Während dieser Tage treffe ich Pastoren und Leiter aus der gesamten Region. Sie kommen aus Syrien, dem Irak, Ägypten, Sudan und Jordanien. Wir diskutieren, beten und schmieden Pläne. Dabei frage ich mich: „Welche Zukunft hat diese Region?“ Viele ranghohe Politiker haben hier schon diplomatische Masterpläne aufgestellt und sich dabei müde gearbeitet. Keine Frage: Ich bin dankbar für jeden, der es gewagt hat, ob kühn oder mit Zaudern! Und wir müssen weiterarbeiten. Es gibt keine Alternative zum Ringen darum, wie ein friedliches Miteinander möglich ist!

Besonders interessiert mich in diesen Tagen die Situation in Syrien. Am ersten Abend lerne ich einen jungen Pastor aus Damaskus kennen. Doch am folgenden Morgen ist er bereits wieder abgereist. Ein Trauerfall. Der Sohn einer Familie aus seiner Gemeinde wurde von einem Scharfschützen erschossen. Der Tod ist allgegenwärtig, immer noch.

Sie wünschen sich blühende Gemeinden

Aber auch das andere erlebe ich: Ich sehe Bilder von Taufen aus dem Nordirak, ich höre von vitalen Hauskirchengemeinschaften und erlebe meine Geschwister, wie sie mit Leidenschaft beten und singen. Gott ist am Werk, das ist zu spüren!

Aber immer wieder geht mir Syrien durch den Kopf. Mit einem Pastor spreche ich über die Zeit nach dem Krieg. Wir sprechen über die Rolle der Kirchen beim Wiederaufbau. Ich höre die Pläne, in welchen Städten meine Geschwister sich blühende Gemeinden wünschen. Es sind Namen von Städten, die aktuell in Schutt und Asche liegen. Aber sie sehen schon, was werden kann.

Syrer in Deutschland motivieren, ihr Land aufzubauen

Ich denke an Namen und Gesichter syrischer Flüchtlinge, die ich in Deutschland kennengelernt habe. Was, wenn wir syrische Christen aus Deutschland motivieren und ausrüsten, um ihr Land wiederaufzubauen? Wie können wir die Beziehungen nutzen, die in Deutschland entstanden sind, um diesem Land wieder Hoffnung einzuhauchen?

Um es klar zu sagen: Ich bin froh und stolz, was unser Land in der Flüchtlingskrise geleistet hat. Zugleich wünsche ich mir, dass wir zu ähnlichen Kraftanstrengungen bereit sind, wenn es darum geht, Länder wie Syrien beim Wiederaufbau zu unterstützen!

Den Gemeinden in Syrien zur Seite stehen

Ich stelle mehr Fragen, als ich Antworten geben kann. Aber ich werde mich dafür einsetzen, dass auch in meinem Verantwortungsbereich daran gearbeitet wird: Wir brauchen einen Plan für den Wiederaufbau Syriens! Und ich wünsche mir, dass nicht nur staatliche Stellen planen, sondern dass auch wir Christen daran mitarbeiten! Deutschland hat Großes geleistet. Jetzt gilt es, den nächsten Schritt zu gehen, indem wir Syrien und den dortigen protestantischen Gemeinden zur Seite stehen. Machen Sie mit?

(Der Autor, Thomas Schech, ist Missionsleiter der Allianz-Mission (Dietzhölztal- Ewersbach/Mittelhessen), ein freies Werk im Bund Freier evangelischer Gemeinden. Sie hat etwa 180 Mitarbeiter in 25 Länder entsandt. Darüber hinaus beschäftigt sie dort rund 200 einheimische Mitarbeiter.)