20.11.2017

Pakistan: Blasphemiegesetz und seine Folgen

Drei Jahre nach der Verbrennung der christlichen Eheleute

Lahore (Agenzia Fides) – „Zwei unschuldige Menschen mussten sterben, weil der Fanatismus in unserer Gesellschaft so weit verbreitet ist. Das Grauen jener Tag hat sich in unsere Herzen und in unsere Köpfen eingeprägt. Es wurden nicht nur ihre Körper verbrannt in diesem Ofen: sie haben die Menschheit verbrannt, sie haben die Lehren des Islam verbrannt und sie haben das Pakistan Ali Jinnahs verbrannt und keine finanzielle Entschädigung kann dieser extremen Gewalt gerecht werden“, so die Katholikin Michelle Chaudhry von der „Cecil & Iris Chaudhry Stiftung“ die sich um die Bildung und Betreuung der drei Kinder kümmert, die die Eheleute Shama und Shahzad Masih hinterlassen haben, nachdem sie in einer Ziegelei in Kot Radha Kishan am 4. November 2014 von Muslimen gelyncht wurden, die sie der Blasphemie beschuldigten. Dieser Vorfall hat nicht nur in Pakistan, sondern in der ganzen Welt eine Welle des Grauens ausgelöst.
Der älteste Sohn Suleiman war Zeuge der barbarischen Ermordung seiner Eltern. Seitdem hat die Stiftung die Verantwortung für die Kinder übernommen und finanziert die Ausbildungs- und Unterhaltskosten: Schulgebühren, Privatstunden, Bücher, Uniformen, Schulrucksäcke, außerschulische Ausgaben, Reisen, Essen und medizinische Versorgung. Die Stiftung zahlt dazu einen monatlichen Beitrag an den Großvater, bei dem die Kinder leben.
"Drei Jahre nach demTod der Eltern ist es uns eine große Freude zu sehen, dass diese Kinder glücklich und selbstbewusst sind und ihr Leben meistern. Wir freuen uns, dass wir sie dabei aktiv begleiten dürfen und ihr persönliches Wachstum unterstützen können. Dank der Liebe und der Fürsorge, die sie erfahren durften, sind sie heute gut in der Schule eingebunden, wo sie aktiv an pädagogischen und außerschulischen Aktivitäten teilnehmen", so Michelle Chaudhry.
„Es liegt in der Verantwortung der Regierung, die Sicherheit und den Schutz aller Bürger unabhängig von Glauben, Ethnie oder Kultur zu gewährleisten“, so Chaudhry abschließend, „Wir bitten heute die pakistanische Regierung, genau das zu tun, wie es in der Verfassung Pakistans verankert ist."
(PA) (Fides 20/11/2017)