13.08.2017

Nordkorea: Kirchenvertreter rufen zu Gebeten auf

EKD-Friedensbeauftragter: Twitter-Kommentare helfen in solchen Situationen nicht

Washington (idea) – Angesichts des sich zuspitzenden Konflikts zwischen den USA und Nordkorea mahnen Kirchenleiter in aller Welt zur Besonnenheit und rufen zu Gebeten auf. Auslöser für den Streit zwischen beiden Ländern war, dass das kommunistische Regime in Pjöngjang eine Interkontinentalrakete getestet hatte, die angeblich auch das Festland der USA erreichen könnte. Daraufhin hatte US-Präsident Donald Trump Nordkorea im Ernstfall mit „Feuer und Zorn“ gedroht. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un brachte wiederum einen Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam ins Gespräch. Der Nationale Kirchenrat in den USA forderte beide Seiten auf, die „kriegerische Rhetorik“ sofort einzustellen. Alles andere könne die Welt an den Rand eines Nuklearkrieges bringen. Der Friedenbeauftragte der EKD, Renke Brahms, warnte, dass die martialischen Ansagen des US-Präsidenten eine eigene Dynamik entfalteten, die sich schwer zurücknehmen lasse. „Komplizierte globale Situationen lassen sich nicht mit Twitter-Kommentaren lösen“, sagte Brahms, der auch leitender Geistlicher der Bremischen Evangelischen Kirche ist. Der frühere Repräsentant des Vatikans bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Silvano Tomasi, forderte beide Seiten zum Dialog und zu Verhandlungen auf, um die gegenwärtige Krise zu lösen: „Der Weg des Konflikts ist immer der verkehrte.“ Der Weltkirchenrat, die Weltweite Evangelische Allianz und die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen riefen zudem dazu auf, in Gottesdiensten am 13. August für eine friedliche Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel zu beten. Sie ist seit 1948 geteilt.