13.09.2017

Nigeria: Fulani-Nomaden ermorden 20 Christen

Polizei: Attacke war ein Racheakt für einen ermordeten Fulani-Jungen

Abuja/Washington (idea) – In Nigeria haben Fulani-Nomaden im Bundesstaat Plateau 20 Christen getötet, unter ihnen auch neun Kinder. In der Nacht auf den 8. September drangen nach Angaben des christlichen Hilfswerks International Christian Concern (Washington) Angreifer in das Dorf Ancha ein und schossen auf die schlafenden Christen. Nach Angaben des Polizeikommissars Peter Ogunyanwo (Jos) könnte es sich bei dem Massaker um einen Racheakt für einen bislang unaufgeklärten Mord an einem Fulani-Jungen in der Region handeln. Man habe aber keine Erklärung dafür, warum ausgerechnet Ancha Ziel der Attacke geworden sei, denn es gebe derzeit keinen Zusammenhang zwischen dem Dorf und dem ermordeten Jungen. Ermittlungen zum Massaker in Ancha seien eingeleitet worden. Verhaftungen habe es bislang jedoch nicht gegeben. Angriffe auf Christen durch Fulani-Nomaden forderten in der Vergangenheit zahlreiche Opfer, genaue Zahlen sind nicht bekannt. Die Fulani sind Viehhirten und von Islamisten teilweise unterwandert worden. Neben den religiös motivierten Übergriffen spielen auch Landstreitigkeiten zwischen den (muslimischen) Nomaden und den (christlichen) Bauern immer wieder eine Rolle. 48 Prozent der 177 Millionen Einwohner Nigerias sind Kirchenmitglieder, 51 Prozent Muslime.