09.08.2017

Nigeria: Evangelischer Pastor entführt

Die Täter – vermutlich Fulani-Nomaden – fordern 230.000 Euro Lösegeld

Abuja (idea) – In Nigeria ist ein evangelischer Pastor verschleppt worden. Für seine Freilassung fordern die Entführer umgerechnet 230.000 Euro. Örtlichen Medienberichten zufolge ereignete sich der Vorfall am am Abend des 4. August. Pastor Jen Moses war auf dem Rückweg von Jos in die Hauptstadt Abuja, als die Täter seinen Wagen stoppten. Dabei schossen sie auf das Fahrzeug und verletzten Moses’ Fahrer. Es soll sich um Angehörige des muslimischen Volksstamms der Fulani handeln. Die meisten Fulani sind Viehhirten und teilweise in den vergangenen Jahren von Islamisten unterwandert worden. Moses ist Pastor der Evangelischen Kirche Westafrikas. Mit rund fünf Millionen Mitgliedern gehört sie zu den größten Denominationen des Landes und wird deswegen auch bezeichnet als „Kirche, die alle gewinnt“. Ihr Generalsekretär Yunusa Nmadu bestätigte Moses’ Entführung. Die Täter hätten sich telefonisch gemeldet und das Lösegeld gefordert. Übergriffe durch Fulani haben sich in den vergangenen Jahren gehäuft. Immer wieder zerstören sie Ackerflächen und Häuser der zumeist christlichen Bauern, misshandeln und töten Menschen. Zuletzt erfolgten die Attacken oft während kirchlicher Gottesdienste. 48 Prozent der 177 Millionen Einwohner Nigerias sind Kirchenmitglieder, 51 Prozent Muslime.