05.09.2017

Marsch für das Leben am 16. September

Gegen das Töten im Mutterleib öffentlich „auftreten“!   Kirchenleiter stellen sich hinter den „Marsch für das Leben“ am 16. September

Berlin 2016 Foto: idea

Berlin (idea) – Führende Vertreter von Kirchen und Freikirchen unterstützen den „Marsch für das Leben“ am 16. September in Berlin. Sie danken in Grußworten dafür, dass sich der Veranstalter – der Bundesverband Lebensrecht – und Tausende erwartete Teilnehmer insbesondere für den Schutz ungeborener Kinder engagieren. Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald), schreibt zum Motto „Die Schwächsten schützen“: „Man sollte meinen, dass der Bauch der Mutter wohl der Ort des größten Schutzes überhaupt ist.“ Leider werde dieser Schutzraum jedoch zunehmend ausgehöhlt: „Von der Präimplantationsdiagnostik bis zum geplanten Kaiserschnitt aus kosmetischen Gründen unterliegt das ungeborene Kind Tests, Untersuchungen und Normierungen.“ In diesem System erschienen Abtreibungen, weil Kinder gewisse Normen angeblich nicht erfüllten, nur folgerichtig. Abromeit: „Wenn wir etwas gegen die hohe Zahl von Tötungen im Mutterleib tun wollen, müssen wir uns auch als Eltern gegen diese Zumutungen wehren.“ Es komme darauf an, die Schwächsten zu schützen und immer daran zu erinnern, dass Gott jedes einzelne Kind geschaffen habe.

Orthodoxer Metropolit: Möge Gott den Marsch segnen!

Auch der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos (Bonn), grüßt die Teilnehmer des Marsches: Für das Leben „in seiner biologischen Dimension, aber auch in seiner ganzen spirituellen Fülle werden viele Menschen“ – darunter orthodoxe Christen – am 16. September unterwegs sein: „Möge Gott dies segnen!“ Die Orthodoxe Bischofskonferenz repräsentiert rund 1,5 Millionen Christen in Deutschland. Hinter der Demonstration steht auch der rund 41.000 Mitglieder zählende Bund Freier evangelischer Gemeinden. Nach den Worten seines Präses, Ansgar Hörsting (Witten), wendet sich der Marsch klar und friedlich dagegen, „dass Tausende Kinder nie das Licht der Welt erblicken, obwohl sie es könnten: Sie werden getötet.“ Man verurteile nicht, sondern trete auf, um etwas bewusst zu machen. Viele Lebensrechtler kümmerten sich im Alltag ganz praktisch um Frauen, die Hilfe bräuchten, weil sie sich allein gelassen fühlten.

Freikirchlicher Präses: „Wir erheben die Stimme für die, die es nicht können“

Im Blick auf die jedes Jahr stattfindenden Gegendemonstrationen schreibt Hörsting: „Wir brüllen nicht, das überlassen wir anderen. Wir stehen auf. Wir erheben die Stimme für die, die es nicht können. Und wir erheben die Stimme zu Gott, und bitten ihn um Gnade, Vergebung und Kraft.“ Der Bundesverband Lebensrecht erwartet noch zahlreiche weitere kirchliche Grußworte. Ihre Solidarität mit dem Marsch bekunden auch Politiker. Der frühere Landesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU in Nordrhein-Westfalen, der Bundestagsabgeordnete Volkmar Klein (Burbach bei Siegen), dankt den Teilnehmern für „ihr mutiges öffentliches Eintreten für das unbedingte Lebensrecht eines jeden Menschen“.

<formfeed></formfeed>Bosbach: Am Umgang mit Ungeborenen zeigt sich, ob eine Gesellschaft „human“ ist

Sein katholischer Parteifreund und Parlamentskollege Wolfgang Bosbach schreibt im Blick auf ungeborene Kinder, ob die Gesellschaft das Prädikat „human“ verdiene, „erkennen wir am ehesten daran, wie wir mit jenen umgehen, die mangels eigener Kraft und Fähigkeit in ganz besonderer Weise der Unterstützung und des Schutzes bedürfen“. Grußworte schickten ferner unter anderen der Vorsitzende des Forums Deutscher Katholiken, Prof. Hubert Gindert (Kaufering/Oberbayern), und der Präsident der deutschen Assoziation des Malteserordens, Erich Prinz von Lobkowicz (Tuntenhausen/Oberbayern).

Der katholische Bischof Voderholzer predigt im Abschlussgottesdienst

Der „Marsch für das Leben“ beginnt vor dem Reichstagsgebäude – dem Sitz des Deutschen Bundestages – und endet mit einem Ökumenischen Gottesdienst. Er wird vom Vorsitzenden der Deutschen Evangelischen Allianz, Pastor Ekkehart Vetter (Mühlheim/Ruhr), geleitet. Die Predigt hält der katholische Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. Im vergangenen Jahr beteiligten sich 7.500 Bürger – so viele wie noch nie. Darunter waren führende evangelikale Repräsentanten und fünf katholische Spitzenvertreter, darunter der Berliner Erzbischof Heiner Koch. 1.300 Polizisten mussten den Zug vor Übergriffen von Linksradikalen schützen. Eine Gegendemonstration zählte 1.500 Teilnehmer.

Queer-feministisches Bündnis: Den Marsch verhindern

Auch in diesem Jahr ruft wieder ein „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ zum Protest gegen den „Marsch für das Leben“ auf. Es spricht von einem reaktionären Aufmarsch „christlich-fundamentalistischer“ und „rechtsnationaler“ Kreise. Zu den „Unterstützer*innen und Partner*innen“ des Bündnisses gehören die Parteien Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke sowie die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen. Das nach eigenen Angaben queer-feministische und antifaschistische Bündnis „What the Fuck“ fordert dazu auf, den Marsch zu verhindern.