Kongress Mission-Net unterstützt die Micha-Initiative
Armut als Herausforderung für Christen
ERFURT. Um das Thema Armut ging es beim dritten Kongresstag von
Mission-Net, einem europäischen christlichen Kongress, am Freitag, 30. Dezember. Noch bis zum 2. Januar 2012 treffen sich dazu rund 2650 junge Christen aus 40 europäischen Ländern in Erfurt. Mission-Net unterstützt die Micha-Initiative, eine weltweite Kampagne, die Christen zum Engagement gegen extreme Armut und für globale Gerechtigkeit aufrufen möchte. Sie engagiert sich dafür, dass die Millenniumsziele der Vereinten Nationen umgesetzt werden. In Deutschland wird die Initiative von der Evangelischen Allianz und mehr als 30 weiteren Organisationen unterstützt. Der Zugang vieler westlicher Nationen zu den Rohstoffen von Entwicklungsländern sei sehr problematisch, weil er häufig von Korruption begleitet sei, so Joel Edwards, internationaler Direktor der Initiative. Das führe dazu, dass viele der von den Rohstoffen her gesehen reichsten Ländern der Erde tatsächlich zu den ärmsten Staaten der Welt gehörten.
Deshalb fordere die Micha-Initiative die Europäische Union auf, für mehr Transparenz dieser Vorgänge im Rohstoffsektor zu sorgen, damit freiwerdende Gelder für die Armutsbekämpfung genutzt werden könnten. Um dieser Forderung Gewicht zu verleihen, wurden die Kongressteilnehmer gebeten, Postkarten auszufüllen, die im März der dänischen EU-Ratspräsidentin Helle Thorning-Schmidt überreicht werden sollen.
In einem Interview mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Frank Heinrich berichtete dieser von seinem Weg in die Politik. Zu seinen Aufgaben als Pastor in Chemnitz gehörten für ihn neben der Weitergabe von Gottes Botschaft auch soziale Projekte und Nichtchristen und Christen in Kontakt miteinander zu bringen. "Da begann für mich Politik, da ich eine Stimme hatte, für Menschen einzutreten", so Heinrich. Allerdings habe er erst einmal herausfinden müssen, ob die Politik tatsächlich seine Berufung sei. Die Kongressteilnehmer bat der Bundestagsabgeordnete für Politiker zu beten, "für eine starke Stirn und ein starkes Rückgrat, damit das Herz weich bleibt." Connie Duarte, Dozentin am Theologischen Seminar Portugal, sagte in ihrer Predigt, dass der Glaube an Jesus Christus Menschen verändern könne. "Wenn ich durch Gottes Geist verwandelt bin, wird das Auswirkungen auf mein Leben und mein Umfeld haben." Das solle dazu führen, dass es nicht mehr vordergründig um eigene Bedürfnisse gehe, sondern darum, anderen Menschen zu dienen. "Andere Menschen werden nicht mehr als Objekt gesehen, sondern als kostbare Ebenbilder Gottes." Deshalb sei es wichtig, die Stimme zu erheben, wenn Unrecht, Korruption oder Armut herrscht, so Duarte.
Bei zwei Aktionen am Nachmittag in der Stadt wollten die Kongressbesucher den Erfurterinnen und Erfurtern begegnen. "Es ist uns wichtig, interkulturell zu kommunizieren, was es für uns Christen heißt, Leben zu teilen", so die Direktorin von Mission-Net, Evi Rodemann. Neben einem Nachbarschaftsfest stellten die jungen Europäer deshalb ein Programm aus Musik, Tanz und Spielen auf die Beine. Rund 350 Kongressteilnehmer waren bei der Aktion dabei und freuten sich, dass sie trotz mancher sprachlicher Hindernisse mit den Bürgern der Stadt über Gott und die Welt ins Gespräch kamen.
Veranstaltet wird Mission-Net von der Europäischen Evangelischen Missionsallianz und der Europäischen Evangelischen Allianz. Kongressvorsitzender ist der Schweizer Martin Voegelin. Mehr als 150 Organisationen, Missionswerke, Bibelschulen und theologische Seminare sowie verschiedene Kirchen und Gemeinden in Erfurt unterstützen Mission-Net.
PRESSEMITTEILUNG von mission-net




