30.12.2011

Kongress Mission-Net: Junge Christen engagieren sich gegen Menschenhandel

Junge Christen engagieren sich gegen Menschenhandel Kongress Mission-Net ruft Teilnehmer auf, sich in der Gesellschaft einzubringen

ERFURT. Wie christlicher Glaube zur Tat werden kann, berichtete Kristina Braun bei der Abendveranstaltung von Mission-Net am 29.12.2011. Dieser europäische christliche Kongress findet mit rund 2650 Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch bis zum 2. Januar 2012 in Erfurt statt.

Die junge Absolventin einer Bibelschule besucht zusammen mit einer Freundin regelmäßig Prostituierte. Am Anfang sei ihr das nicht leicht gefallen, aber mittlerweile habe sie viele gute Erfahrungen gemacht und spüre, dass Gott sie dabei begleite. "In erster Linie sehe ich in den Frauen keine Prostituierten, sondern Menschen. Viele Wünsche, Träume und Gefühle habe ich mit ihnen gemeinsam", so Braun. Das Schicksal einer Frau aus dem Kongo sei ihr besonders in Erinnerung. 

Weil sie das Geld für die Beerdigung eines Familienangehörigen in ihrem Heimatland nicht aufbringen konnte, kam sie nach Deutschland - im Glauben, als Reinigungskraft arbeiten zu können. Allerdings wurde sie in die Prostitution geführt. Glücklich berichtete Kristina Braun, dass die Frau mittlerweile eine Ausbildung macht, Deutsch lernt und viel fröhlicher geworden ist.

 

Um ein Zeichen gegen die Ausbeutung von Frauen und Kindern zu setzen, wurde bei der Veranstaltung um Spenden für zwei Organisationen gebeten, die sich gegen Menschenhandel engagieren.

Den Nachmittag nutzten viele Teilnehmer, um eines der zahlreichen Seminare zu besuchen. Wie können Christen in der Politik und in sozialen Projekten zu Veränderungen beitragen, mit Krisenzeiten umgehen oder neue Ideen für Jugendprogramme entwickeln, waren einige der Fragen, mit denen sich die jungen Kongressbesucher auseinandersetzten. Parallel dazu gab es auch praktisch-kreative Workshops, in denen verschiedene Tänze vorgestellt oder Cocktails gemixt wurden.

In einem Grußwort bedankte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Selle bei den Kongressteilnehmern dafür, dass sie sich in Erfurt versammeln, um für die verschiedenen Völker und Nationen zu beten. 

Selle sagte, dass ihm sein christlicher Glaube in den vielfältigen politischen Herausforderungen Kraft gebe. "Gerade in schwierigen Situationen ist es gut, Balance zu halten und zu wissen, dass es jemanden Größeres gibt als mich selbst", so der Politiker. Selle berichtete den jungen Zuhörern vom konfessions- und fraktionsübergreifenden Gebetsfrühstück, an dem regelmäßig rund 30 Bundestagsabgeordnete teilnähmen. Die Teilnehmer quittierten das spontan mit Applaus. Er rief die jungen Europäer dazu auf, für alle Politiker zu beten, die sich in der Verantwortung vor Gott in die Politik gestellt sähen.

Klaus Engelmohr, Gründer der Gemeinde "project_X" in Augsburg, rief die jungen Kongressteilnehmer in einer Predigt am Abend auf, nicht in einer christlichen Subkultur zu leben. Viele Christen blieben lieber unter sich, anstatt tiefere Beziehungen zu ihren Nachbarn oder Arbeitskollegen aufzubauen. Jesus Christus nachzufolgen, bedeute, seinem Beispiel zu folgen. "Lebt, wie Jesus das auch getan hat, als er auf der Erde war. Er hat als Mensch gelebt wie jeder andere damals auch", so Engelmohr. Jesus habe viel in das Leben seiner Mitmenschen investiert. "Er hat nicht in einer göttlichen Subkultur gelebt und erst recht nicht in einer christlichen Subkultur", sagte der Theologe weiter. Dass Gott seinen Sohn auf die Erde sandte, bedeute, dass er uns verstehe. "Er weiß, was wir fühlen, was wir denken, was wir schmecken."

Wenn Christen unter sich blieben, sei das Problem, dass sie nicht Teil der Gesellschaft würden. "Ich möchte, dass Christen ihr Leben investieren in die Menschen, von denen sie umgeben sind", so Engelmohr. Wie das konkret aussehen kann, müsse jeder für sich selbst entscheiden. Für ihn sei zum Beispiel ein Schritt gewesen, bewusst in einer nichtchristlichen Rockband zu spielen, so der Pastor: "Das ist der beste Ort, wo ich meinen Glauben leben kann."

Nach der Abendveranstaltung hatten die Kongressteilnehmer die Möglichkeit, ein Konzert mit der kroatischen Ska-Band "October Light"  zu besuchen.

Veranstaltet wird Mission-Net von der Europäischen Evangelischen Missionsallianz und der Europäischen Evangelischen Allianz. 

Kongressvorsitzender ist der Schweizer Martin Voegelin. Mehr als 150 Organisationen, Missionswerke, Bibelschulen und theologische Seminare sowie verschiedene Kirchen und Gemeinden in Erfurt unterstützen Mission-Net.

 Pressemitteilung Mission-Net: