06.12.2017

Israel: Messianische Jüdin ausgewiesen

AMZI: Das Bleiberecht ist mit der Hinwendung zu Jesus verwirkt

Jerusalem (idea) – Israel hat die Tochter eines Holocaust-Überlebenden ausgewiesen, weil sie an Jesus Christus als den Messias glaubt. Die vor zwei Jahren beantragte israelische Staatsbürgerschaft bleibt der Schwedin verwehrt. Die Behörden begründeten ihre Entscheidung damit, dass die Psychologin eine messianische Jüdin und ihr Vater – ein Holocaust-Überlebender aus Wien – zum christlichen Glauben übergetreten sei. Damit habe sie kein Bleiberecht mehr. Grundsätzlich haben Juden und ihre Nachfahren laut dem Rückkehrgesetz ein Recht auf die israelische Staatsbürgerschaft und die Einwanderung. Ausgeschlossen davon sind Juden, die ihre Religion gewechselt haben. Messianische Juden sind nach Auffassung der Behörden Christen. Die Schwedin – ihr Name wird aus Sicherheitsgründen nicht genannt – sagte gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, dass sie Israel innerhalb der von den Behörden gesetzten Frist freiwillig verlassen habe, aber gegen die „Ungesetzlichkeit der Ablehnung“ juristisch vorgehen wolle. Sie wolle sich für die messianischen Juden und gegen die zunehmende Ungerechtigkeit einsetzen. Die „Lüge“, dass Juden, die an Jesus als Messias glaubten, keine Juden mehr seien, sei „tief in der jüdischen Seele eingebettet“. Zudem sei in ihrem Fall die Situation nicht so wie von den Behörden dargestellt. Ihr Vater habe sich zwar nach dem Holocaust von seinem jüdischen Glauben abgewandt, sei aber nie Christ geworden. Die Administrative Leiterin der Arbeitsgemeinschaft für das messianische Zeugnis an Israel (AMZI), Catherine Meerwein (Reinach/Schweiz), sagte gegenüber idea: „Wir erleben immer wieder, wie Einwanderungsanträge mit der Begründung abgewiesen werden, der Antragsteller sei kein Jude mehr, sondern Christ.“ Das Bleiberecht sei also mit der Hinwendung zu Jesus verwirkt. Wenn man jedoch kein praktizierender Jude, sondern beispielsweise Atheist sei, werde das toleriert. Hier sei der Staat Israel inkonsequent, so Meerwein. 

siehe auch AKREF: Einreise verweigert vom 30.11.17