15.05.2018

Iran: Bis zu vier Millionen Ex-Muslime treffen sich im Verborgenen

Zuschaltquote bei einem Bibelprogramm im Sat-Fernsehen gibt Anhaltspunkt für sonst nicht verifizierbare Zahl

Stuttgart (idea) – In der Islamischen Republik Iran nehmen immer mehr Menschen den christlichen Glauben an. Unabhängigen Studien zufolge beträgt die Zahl der Konvertiten bis zu vier Millionen Personen. Das berichtete der Gründer und Leiter des Londoner Theologischen Zentrums PARS, Mehrdad Fatehi, bei der Stuttgarter Konferenz für Weltmission am 13. Mai. Die Erweckung habe Ende der 1990er Jahre begonnen, als einige Mitglieder der traditionellen orthodoxen Kirchen nach eigenen Aussagen „dem auferstandenen Jesus begegnet“ sind. Seither mehrten sich die Berichte über Heilungswunder, Christuserscheinungen, Träume und Visionen sowie über die Neugier an christlichen Fernseh- und Radiosendungen, die per Satellit weitgehend ungehindert in den Iran gelangten. Begünstigt werde das Interesse am Christentum durch Enttäuschungen über die wirtschaftliche und politische Lage und die Einschränkung der individuellen Freiheit. Da der Abfall vom Islam im Iran als todeswürdiges Verbrechen gelte, träfen sich die ehemaligen Muslime vor allem in Untergrundgemeinden. PARS unterstütze sie durch Fernkurse für Pastoren und Leiter. Dazu gebe es zahlreiche Internetprogramme, so Fatehi. Der Iran hat rund 80 Millionen Einwohner. Veranstalter der Missionskonferenz waren die evangelischen Fachdienste „Christliche Fachkräfte International“ mit rund 55 Entwicklungshelfern in 30 Ländern, die Fachstelle für Freiwilligendienste „Co-Workers International“ und „Hilfe für Brüder International“. Am Schluss sandten die drei Organisationen 65 Mitarbeiter für einen ein- bis dreijährigen Dienst im Ausland aus.