10.09.2016

Irak: Schutzzone für Christen

US-amerikanisches Hilfswerk regt eine “Schutzzone” für Christen in der Ninive-Ebene an

Mossul (Fides) – Die politische und administrative Zukunft der nordirakischen Provinz Ninive steht weiterhin im Mittelpunkt unterschiedlicher Manöver, Initiativen und Projekte, die sich zum teil widersprechen und in einigen Fällen außerhalb des Irak entwickelt werden. In Washington fand zum Beispiel in den vergangenen Tagen (7. -9. September) eine Konferenz des christlichen Hilfswerks “In Defense of Christians (IDC)” zum Thema „Beyond Genocide: Preserving Christianity in Middle East” statt, bei der die Teilnehmer anregten, man müsse Druck auf den US-amerikanischen Kongress ausüben, damit eine “Schutzzone” für religiöse Minderheiten in der Ninive-Ebene geschaffen wird und zwar mit der Zustimmung der örtlichen Behörden und in Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung und mit den politischen Verantwortlichen der Autonomen Region Kurdistan. Kongressabgeordnete unterschiedlicher Lager, die an der Konferenz teilnahmen, die in Zusammenarbeit mit Philos Proje ct, dem Armenian National Committee of America und dem Institute of Global Engagement organisiert wurde, befürworteten eine solche Initiative. Gleichzeitig veröffentlichte die American University of Kurdistan mit Sitz in Dohuk eine Untersuchung, aus der hervorgeht, dass 90% der in Ankawa – einem Vorort von Erbil – wohnenden Christen die Unabhängigkeit der autonomen Region Kurdistan wünsche.
Unterdessen erklärte der Gouverneur der Provinz Ninive, Athil al Nujafi, der selbst nach der Eroberung durch die Dschihadisten des Islamischen Staates (IS) fliehen mussten, gegenüber der türkischen Presse erklärte, dass es ein Projekt gebe, in dessen Rahmen die Provinz in sechs oder acht unterschiedliche Zonen aufgeteilt werden soll, je nach der ethnischen oder religiösen Identität der Einwohner, und bestätigte, dass es gegensätzliche Positionen zwischen der irakischen Regierung und der Regierung der Autonomen Provinz Kurdistan bebe, was die politische Zukunft von Mossul und der Ninive-Ebene anbelangt. Wie einheimische Quellen berichten, tragen auch solche Kontraste zu einer Verzögerung der militärischen Operationen zur Befreiung Mossuls vom Islamischen Staat bei.
(GV) (Fides 10/9/2016)