18.10.2017

Indien: Pastoren brutal angegriffen

Behörden bei Strafverfolgung äußerst nachlässig

(Open Doors, Kelkheim) – Pastor Khel Prasad Kurre aus dem indischen Bundesstaat Chhattisgarh war auf dem Rückweg von einem Besuch bei einem Gemeindemitglied, als er von seinem Moped aus drei oder vier Männer bemerkte. Weil sie nach ihm riefen, hielt er an. Doch sofort fielen die Männer mit Stöcken über ihn her und begannen, auf den wehrlosen Pastor einzuschlagen. Erst als Menschen aus dem nahegelegenen Dorf auf seine Hilferufe hin herbeieilten, flohen die Angreifer, nicht ohne Kurre sein Handy zu entwenden.

Angriff überstanden – von der Polizei bedroht

Pastor Kurre verlor infolge der Schläge viel Blut und musste mit 12 Stichen am Kopf genäht werden. Als er später den Vorfall der Polizei meldete, erfuhr er dort, dass die Angreifer selbst bereits zur Polizei gegangen waren und ihn beschuldigt hatten, Menschen „zum christlichen Glauben zu bekehren“. Die Polizei drohte darauf, ihn wegen „Verführung zum Christentum“ festzunehmen. Diese unerwartete Wendung hielt den Pastor davon ab, offiziell Anzeige gegen die Täter zu erstatten.

Anti-Bekehrungs-Gesetze begünstigen Übergriffe gegen Christen

Bei einem anderen Angriff auf einen als „Pastor Seviya“ bekannten Christen im 2014 neu gebildeten Bundesstaat Telangana verwundeten Hindu-Extremisten den Mann so schwer, dass sich in seinem Gehirn Blutgerinnsel bildeten und er sich über viele Tage in einem kritischen Zustand befand. Er war als kirchlicher Mitarbeiter in zehn verschiedenen Gemeinden tätig.

Telangana grenzt an Chhattisgarh, einen von acht indischen Bundesstaaten, in denen ein „Anti-Bekehrungs-Gesetz“ in Kraft ist. Diese Gesetze dienen offiziell dem Schutz vor Zwangsbekehrungen, in der Praxis wird durch sie jeglicher Glaubenswechsel kriminalisiert und Übergriffe gegen religiöse Minderheiten wie die Christen gefördert. Fünf dieser Länder werden von der hinduistischen BJP regiert, der auch Ministerpräsident Modi angehört.

Drei Monate nach dem Mord an Pastor Sultan Masih im nordindischen Punjab (Open Doors berichtete) klagt sein Sohn Alisha darüber, dass es noch immer keine konkreten Ergebnisse gibt. „Die Polizei drangsaliert uns unter dem Deckmantel ihrer Ermittlungen“, erklärte er bei einer Pressekonferenz am 8. Oktober. Der zum Schutz der Familie abgestellte Beamte sei zurückgezogen worden und die von der Regierung zugesagte finanzielle Unterstützung bislang ausgeblieben.

Bitte beten Sie für die indischen Pastoren und ihre Familien!

  • Beten Sie für Pastor Seviya und Pastor Kurre um vollständige Genesung von den Folgen der Angriffe – sowohl körperlich, als auch seelisch.
  • Beten Sie für alle beteiligten Behörden, dass sie ihre Verantwortung für den Schutz der Christen wahrnehmen und ihr nachkommen.
  • Beten Sie, dass die von Verfolgung betroffenen Gemeinden sich nicht einschüchtern lassen, sondern dass die Christen im Glauben gefestigt werden und Jesus weiterhin mit Freude nachfolgen.

idea schreibt über diesen Fall folgendes:

Indien: Hinduistische Extremisten greifen Christen an

Ein Pastor musste mit schweren Hirnblutungen ins Krankenhaus

Hyderabad (idea) – In Indien haben hinduistische Extremisten mehrere Christen angegriffen und verletzt. Der Vorfall ereignete sich Anfang Oktober im Bundesstaat Telangana. Dort attackierten fünf Hindus einen Pastor namens Seviya. Nach Informationen des christlichen Informationsdienstes World Watch Monitor schlugen sie ihn mit Stöcken und Ruten bewusstlos. Er wurde mit Hirnblutungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Zu einem ähnlichen Zwischenfall kam es Mitte des Monats in einem weiteren Bundesstaat – Chhattisgarh. Dort wurde Pastor Khel Prasad Kurre auf dem Heimweg vom Besuch eines Gemeindemitglieds von drei bis vier Hindus attackiert. Als ihm Anwohner zu Hilfe eilten, flohen die Angreifer. Kurre musste im Krankenhaus mit mehreren Stichen am Kopf genäht werden. Als er bei der Polizei Anzeige erstatten wollte, teilten ihm die Beamten mit, dass die Angreifer bereits auf der Wache gewesen seien. Sie hätten berichtet, dass Kurre versucht habe, Menschen zum Christentum zu bekehren. Die Polizisten drohten dem Pastor daraufhin an, ihn zu verhaften. Aus diesem Grund sah Kurre laut World Watch Monitor von einer Anzeige gegen die Angreifer ab. Chhattisgarh ist einer von acht indischen Bundesstaaten, die sogenannte „Antikonversionsgesetze“ verabschiedet haben. Davon sind vor allem Christen betroffen. Ihnen drohen Haftstrafen, wenn sie Hindus zum christlichen Glauben bekehren. In den vergangenen zehn Jahren sind Christen verstärkt Opfer von hinduistischen Nationalisten geworden, die keine andere Religion in ihrem Land dulden wollen. Von den 1,1 Milliarden Einwohnern Indiens sind 82 Prozent Hindus, zwölf Prozent Muslime und mindestens drei Prozent Christen.