12.10.2017

Hans-Joachim Martens gestorben

Mutiger Bekenner Jesu in der DDR- Martens war bis zum Frühjahr 2004 Mitglied des Hauptvorstandes der Deutschen Evangelischen Allianz

Pfarrer Hans-Joachim Martens starb am 10. Oktober nach schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren in Woltersdorf bei Berlin. Foto: Privat/idea

Woltersdorf (idea) – Einer der langjährigen Spitzenrepräsentanten des landeskirchlichen Pietismus in Deutschland, Pfarrer Hans-Joachim Martens, ist am 10. Oktober nach schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren in Woltersdorf bei Berlin gestorben. Er war von 1978 bis 1991 Vorsitzender des Evangelisch-Kirchlichen Gemeinschaftswerkes in der DDR. Anschließend amtierte er bis 2001 als stellvertretender Vorsitzender des (gesamtdeutschen) Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften). Martens gehörte in der DDR zu den Pietisten, die sich konsequent der Diktatur verweigerten. Er nahm an keiner einzigen Wahl während der sozialistischen Herrschaft teil.

Gnadauer Verband: Martens hielt Kirche und Gemeinschaftsbewegung zusammen

In einem Nachruf des Gnadauer Verbandes heißt es, wie kaum ein anderer hat Martens mit seiner Person für die Gemeinschaftsbewegung in der DDR gestanden. Er habe seinen Glauben unter schwierigen Umständen gelebt: „Er war nicht der Typ, der sich angepasst und klein beigegeben hätte.“ Seine konsequente Ablehnung des atheistischen Staates habe ihn „in heftigen Gegenwind“ gestellt und vielfältige Repressalien nach sich gezogen. In den Jahren der deutschen Teilung sei Martens ein „zielstrebiger Brückenbauer zwischen Ost und West“ gewesen. Mit seinen Möglichkeiten habe er dafür gesorgt, „dass sich beide Teile der deutschen Gemeinschaftsbewegung nicht fremd wurden“. Martens habe sich ferner stets als Anwalt einer biblisch-reformatorischen Theologie verstanden. Zusammenfassend heißt es: „Er hat Gnadauer Geschichte mitgeschrieben, ja ein Stück Kirchengeschichte, weil sein Bogen über unsere Gemeinschaftsbewegung weit in die Kirche hinein gespannt war.“ Er habe in seiner Person, seiner Theologie und seinen Aktivitäten zusammengehalten, „was zusammengehört: Kirche und Gemeinschaftsbewegung. Und das zum Segen für beide Bereiche.“ Martens gehörte über 30 Jahre zur Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg. Unterzeichnet ist der Nachruf von Präses Michael Diener, Generalsekretär Frank Spatz (beide Kassel), Altpräses Christoph Morgner (Garbsen bei Hannover) und dem früheren Generalsekretär Theo Schneider (Wittenberg).

Vom Elektriker zum Theologen

Der gebürtige Pommer Martens engagierte sich bereits während seiner Lehr- und Berufszeit als Elektriker in der Jugendarbeit einer Landeskirchlichen Gemeinschaft. Von 1956 bis 1960 studierte er an der Predigerschule Paulinum in Ost-Berlin. Seine theologische Laufbahn begann Martens anschließend als Prediger im Gemeinschaftswerk Berlin-Brandenburg, wo er 1969 auch Inspektor wurde. Dieses Leitungsamt hatte er bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2000 inne. Er arbeitete auch in leitenden Gremien der evangelikalen Bewegung mit. So war er bis zum Frühjahr 2004 Mitglied des Hauptvorstandes der Deutschen Evangelischen Allianz. Auch im Ruhestand war Martens als Verkündiger und als Autor der Rubrik „Kleine Kanzel“ im evangelischen Wochenmagazin ideaSpektrum aktiv. Er hinterlässt seine Ehefrau Magdalene, drei Söhne und eine Tochter. Die Trauerfeier findet am 16. Oktober in der St.-Michaelskirche in Woltersdorf statt.