Gesetz zur PID unterzeichnet
Kein Aufschub
Das Gesetz zu genetischen Untersuchungen an künstlich erzeugten menschlichen Embryonen kann in Kraft treten. Bundespräsident Christian Wulff unterzeichnete das Gesetz zur Präimplantationsdiagnostik (PID) am Dienstag. Damit wird es zum 8. Dezember wirksam. Bundestag und Bundesrat hatten dem Gesetz gegen den Willen der Kirche Ende September zugestimmt.
Die PID ist umstritten, weil dabei menschliche Embryonen auf genetische Schäden untersucht und gegebenenfalls verworfen werden. Die Verbotsbefürworter warnen vor einer Auswahl menschlichen Lebens nach bestimmten Kriterien. Zunächst war damit gerechnet worden, dass das Gesetz bereits im Oktober in Kraft tritt.
Wie das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage mitteilte, arbeiten die Fachleute derzeit noch an der notwendigen Rechtsverordnung. Sie soll die Einzelheiten zur Anzahl und Zulassung von PID-Zentren, zum Verfahren sowie zur Zusammensetzung und Finanzierung der geplanten Ethikkommissionen regeln. Die interdisziplinär zusammengesetzten Gremien sollen die Anwendung der Diagnose billigen.
Mit dem Gesetz können künftig genetisch vorbelastete Eltern eine PID vornehmen lassen, wenn für ihre Nachkommen eine hohe Wahrscheinlichkeit entweder für eine schwerwiegende Erbkrankheit oder für eine schwerwiegende Schädigung des Embryos besteht, die nach medizinischem Ermessen zu einer Tot- oder Frühgeburt führt.
Unionschef Kauder bedauert Ausgang der PID-Debatte
Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder (CDU), hat den Ausgang der Debatte zur Präimplantationsdiagnostik bedauert. „Ich kann nicht erkennen, dass ein Segen darauf liegt, dass wir Embryonen herstellen, um sie als Ersatzteillager zu nutzen“, sagte der CDU-Politiker. Der bekennende evangelische Christ bedauerte zugleich, dass es den christlichen Kirchen nicht gelungen sei, eine gemeinsame Position zu finden. „Schutz und Wert des Lebens am Anfang und Ende sollten bei uns nicht bestritten werden“, so der Fraktionschef. Menschliches Leben dürfe nicht zu einer „Verfügungsmasse“ von Menschen werden. Kauder äußerte sich am Dienstagabend in der Evangelischen Akademie Berlin.
Quelle: Domradio



