29.09.2017

Evangelische Allianz: Homo-Partnerschaften nicht mit Ehe gleichsetzen

Evangelikaler Dachverband verabschiedet Leitgedanken zu Homosexualität

Der Allianzvorsitzende, Präses Ekkehart Vetter. Foto: Privat

Bad Blankenburg (idea) – Homosexuelle Partnerschaften können der Ehe von Mann und Frau nicht gleichgestellt werden. Das geht aus „Leitgedanken zu Ehe und Homosexualität“ hervor, die der Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz auf seiner Hauptversammlung (28.-29. September) im thüringischen Bad Blankenburg verabschiedete. In dem Papier des evangelikalen Dachverbandes heißt es, dass die Frage nach der Bewertung von Homosexualität auf der Grundlage der Heiligen Schrift geklärt werden sollte. Demzufolge seien Menschen als Mann und Frau geschaffen. Die in der Bibel beschriebene homosexuelle Praxis sei mit dem Willen Gottes nicht vereinbar. Die Allianz will zugleich mit denjenigen, die in Bezug auf Homosexualität anders denken, „im Dialog bleiben“. Dass christliche Gemeinden vielfach durch Hartherzigkeit und Arroganz Homosexuellen gegenüber schuldig geworden seien, werde „nicht verschwiegen und als Schuld bekannt“.

Vetter: Respektvoll mit „unterschiedlichen Auffassungen unter uns“ umgehen

Der Allianzvorsitzende, Präses Ekkehart Vetter (Mülheim/Ruhr), sagte auf der Versammlung, dass sich die Allianz auf ihre zentralen Aufgaben konzentrieren sollte. Dazu gehöre das gemeinsame Beten, das Einladen von Menschen zu Jesus und das Wahrnehmen gesellschaftlicher Verantwortung. Die Gemeindebasis suche nach kreativen Impulsen für Gebet und für Evangelisation. Sie sehne sich nach „Einheit auf allen Ebenen und hingegebener Jesusnachfolge“. Es sei bedeutsam, dass die Allianz zusammenbleibe, respektvoll mit „unterschiedlichen Auffassungen unter uns“ umgehe und ihre Glaubensbasis als gemeinsame Grundlage ernst nehme. Darin heißt es, dass die Bibel völlig zuverlässig und eine unumstößliche Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung sei. Die jährliche Allianzkonferenz in Bad Blankenburg bezeichnete Vetter als wichtigen Baustein gelebter Allianz. Die die Teilnehmerzahlen rückläufig seien, müsse sie weiterentwickelt und als echter geistlicher Höhepunkt im Osten Deutschland neu etabliert werden. Der Hauptvorstand hat 70 Mitglieder aus 15 Kirchen und Freikirchen. 32 Personen gehören einer Landeskirche an. Die Deutsche Evangelische Allianz mit Sitz im thüringischen Bad Blankenburg ist der Dachverband von über einer Million theologisch konservativer Protestanten in Deutschland. Bekannt ist sie vor allem durch die zu Anfang jedes Jahres an 1.100 Orten stattfindende Allianzgebetswoche. Hauptamtlicher Generalsekretär ist Hartmut Steeb (Stuttgart).