08.03.2018

Evangelische Allianz bedauert gestiegene Zahl der Abtreibungen

Die Deutsche Evangelische Allianz fordert, das Thema zur politischen Priorität zu machen.

Demo gegen Abtreibung: Am Rednerpult der DEA-Vorsitzende Ekkehart Vetter, links daneben Generalsekretär Hartmut Steeb, Foto: pro/Anna Lutz/pro

Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland ist 2017 gestiegen – auf einen sechsstelligen Wert.

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf rund 101.200 gestiegen. Das seien 2,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor, berichtete das Statistische Bundesamt am Dienstag. Die meisten der Frauen, die eine Schwangerschaft abbrechen ließen, seien zwischen 18 und 34 Jahre alt – mit insgesamt 72 Prozent stellten sie die größte Gruppe. Der Anteil der unter 18-Jährigen lag bei drei Prozent, rund acht Prozent waren 40 Jahre und älter.

Medizinische Gründe oder eine Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung waren in vier Prozent der Fälle die Begründung des Schwangerschaftsabbruchs. Dieser ist auch dann möglich, wenn die Frau sich in einer anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle von einem Arzt oder einer Ärztin beraten lassen hat – das war in 96 Prozent der Fälle der Fall.

Fast alle Frauen ließen den Eingriff ambulant vornehmen. In rund 79 Prozent der Fälle gingen die Frauen dazu in eine gynäkologische Praxis, in 18 Prozent in ein Krankenhaus.

Für den Schwangerschaftsabbruch fuhren sieben Prozent der Frauen in ein Bundesland, in dem sie nicht ansässig sind, hieß es weiter. Mehr als tausend Frauen kamen aus dem Ausland.

Allianz: Politik muss aktiv werden

Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) hat sich kritisch zu den Ergebnissen der Statistik geäußert. „Über 100.000 Kinder dürfen nicht mehr leben“, kritisierte DEA-Generalsekretät Hartmut Steeb gegenüber pro. Dies liege auch daran, dass der Rechtsstaat sich offenbar nicht für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder interessiere, obwohl das Bundesverfassungsgericht dieses Recht „in den einschlägigen Urteilen beschrieben hat“ und es sich ohnehin aus dem Grundgesetz ergebe.

„Eine Großstadtbevölkerung wurde 2017 wieder mal einfach ,entsorgt'", sagte Steeb. „Wie wir zu weniger Kindestötungen im Mutterleib kommen, muss Thema Nummer eins der Bundesregierung sein.“

 

Von: dpa/mb Quelle: Christliches Medienmagazin