24.10.2010

Evangelikale haben Frauen lange benachteiligt

Elke Werner: „Im Reich Gottes gibt es keine Bürger zweiter Klasse“

Kapstadt (idea) – Frauen haben innerhalb der evangelikalen Bewegung zu lange eine untergeordnete Rolle gespielt. Diese Ansicht vertrat die Leiterin der Gruppe „Frauen in der Evangelisation“ innerhalb der Lausanner Bewegung, Elke Werner (Marburg), beim 3. Lausanner Kongress für Weltevangelisation im südafrikanischen Kapstadt. „Wir haben es lange Zeit versäumt, unsere Stimme für die Frauen zu erheben“, sagte sie am 23. Oktober vor den mehr als 4.000 Teilnehmern. Auch in christlichen Familien würden Frauen von ihren Männern geschlagen. Dies werde  mit einer falschen Bibelauslegung gerechtfertigt, die angeblich Unterordnung und Gehorsam der Frau gegenüber dem Ehemann gebietet. Man habe Frauen trotz ihrer Begabungen Führungspositionen verweigert und sie stattdessen in die Küche gesteckt. „Doch im Reich Gottes gibt es keine Bürger zweiter Klasse“, so Frau Werner. Innerhalb der Lausanner Bewegung seien Frauen und Männer gleichwertige Partner. In Zeiten von Sextourismus, Pornografie, Kindesmissbrauch und der Gender-Bewegung, die eine Gleichmacherei von Mann und Frau propagiert, könne die Kirche einen Unterschied machen in der Art, wie sie mit Frauen umgehe, sagte Frau Werner. Die Lausanner Bewegung sollte außerdem „an vorderster Front“ stehen, wenn es darum gehe, solche Missstände zu bekämpfen. An dem achttägigen 3. Lausanner Kongress für Weltevangelisation, der heute zu Ende geht, nehmen auch 90 Delegierte aus Deutschland teil. Die „Lausanner Bewegung für Weltevangelisation“ versteht sich als Netzwerk missionarisch gesinnter Christen und als Katalysator für die Weltmission.