17.05.2013

Die Würde des Menschen verbietet menschliche Ersatzteillager

Hartmut Steeb: „Wenn der Eizellhandel zur Einnahmequelle wird ist die Ausbeutung nicht weit“

„So könnten die geklonten menschlichen Stammzellen eines Tages den Grundbaustein für eine Art persönliches Ersatzteillager bilden“, wird in der Ärztezeitung von heute getitelt. Das macht sehr schnell deutlich, dass die in den USA anscheinend gelungenen neuen verbrauchenden Embryonenforschungen weit über das Ziel wissenschaftlicher Forschungen hinaus reichen. Laut Medienberichten wurden für den „Klonerfolg“ 120 Embryonen zerstört, die durch die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle bereits alle menschlichen Grundeigenschaften in sich trugen. Tötungen von Menschen, selbst wenn das eines Tages anderen Menschen helfen und deren Lebensqualität steigern würde, ist ein Verstoß gegen die Menschlichkeit und bedarf der weltweiten Ächtung. Deshalb stellen auch wir uns mit Überzeugung zu den klaren Vorbehalten, die erfreulicherweise auch deutsche Kirchen und ihre Vertreter geäußert haben.

Aber nicht erst die Tötung menschlicher Leben ist inakzeptabel sondern auch die für Forschungszwecke und die Herstellung von Embryonen notwendigen Eizellspenden von Frauen. Sie haben das Potential zur menschenverachtenden Ausnutzung von Frauen, insbesondere solcher, die in Armut leben. Wenn Eizellspenden und dann folgerichtig schnell auch der Eizellhandel zur Einnahmequelle werden ist die Ausbeutung von Frauen nicht weit entfernt. Auch deshalb müssen solche Forschungsvorhaben als ethisch unverantwortlich verworfen und verboten werden – und wo sie es wie in Deutschland sind – bleiben. Sonst gehen Ziel, Maß und Mitte medizinischer Forschung noch weiter verloren. Die Würde des Menschen verbietet dauerhaft die Schaffung menschlicher Ersatzteillager.

 

Hartmut Steeb
Generalsekretär

0172-4525587