20.03.2016

Deutschland: Zehn Jahre Gebetsladen in Nürnberg

Träger ist die örtliche Evangelische Allianz – Raum für Seelsorge und Gespräche

Nürnberg (idea) – Eine bundesweit einzigartige Einrichtung besteht seit zehn Jahren: der „Gebetsladen“ der Evangelischen Allianz in Nürnberg. Zehn Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt – am Kornmarkt – bietet er Raum für Seelsorge und Gespräche. Von montags bis freitags (11–18.30 Uhr) stehen dazu 14 ehrenamtliche Mitarbeiter aus verschiedenen Gemeinden zur Verfügung. Leiter der Einrichtung ist Klaus Sparla. Nach seinen Erfahrungen dauern die Gespräche in der Regel zwischen 30 und 60 Minuten. Die einen kommen, um zwischen ihren Einkäufen eine Gebetspause einzulegen, andere, weil ihnen etwas auf der Seele brennt – familiäre Probleme, Arbeitslosigkeit, Krankheit. Die Gespräche enden immer mit dem Angebot, für den Gast zu beten, wie ein Vorstandsmitglied der Nürnberger Evangelischen Allianz, Werner Freder, der Evangelischen Nachrichtenagentur idea berichtete. In dem Laden treffen sich wöchentlich auch Mitarbeiter der Allianz, um für soziale und politische Anliegen der Stadt zu beten. Die Idee für den „Gebetsladen“ hatte die ehemalige Leiterin der christlichen Alpha-Buchhandlung, Mechthild Roth. Sie machte die Erfahrung, dass zahlreiche Kunden Hilfe bei Glaubens- und Lebensfragen wünschten. Der Nürnberger CVJM vermietete der Allianz einen Raum neben der Buchhandlung. Laut Freder ist der Gebetsladen eine wichtige Anlaufstelle für Suchende in Glaubensfragen. Personen mit schwerwiegenden Problemen vermitteln die Ehrenamtlichen an therapeutische und ärztliche Fachleute weiter.

Steeb: Der Gebetsladen ist ein missionarisches Angebot

Bei einer Feierstunde am 17. März bezeichnete der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), den Gebetsladen als ein missionarisches Angebot. Denn wer zu beten beginne, fange an zu glauben. Gebet sei die aktive Beteiligung an der Herrschaft Gottes in dieser Welt. Laut Steeb fällt vielen Christen das Beten deshalb so schwer, weil sie sich der Größe Gottes nicht mehr bewusst seien. Dabei sei es ein großes Vorrecht, „mit dem König aller Könige“ sprechen zu können. Zur Nürnberger Allianz gehören 26 freikirchliche Gemeinden und pietistische Gemeinschaften sowie freie Werke und Initiativen. Vorsitzender ist der Baptistenpastor Mathias Barthel.