Deutschland: Polizei räumt besetzte Kirche in Stuttgart
Friedensaktivisten kritisieren öffentliches Bundeswehr-Gelöbnis
Stuttgart (idea) – Aus Protest gegen einen geplanten ökumenischen Gottesdienst für 650 Bundeswehrrekruten am 30. Juli haben 25 Friedensaktivisten die katholische Domkirche St. Eberhard in der Stuttgarter Innenstadt besetzt.Wie sie mitteilten, wollten sie eine Absage des Gottesdienstes für die Bundeswehr erreichen. Die Aktivisten stellten ihr Anliegen der Gemeinde im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst vor. Am frühen Nachmittag wurde die Kirche durch die Polizei geräumt. Dabei wurden nach Polizeiangaben fünf Erwachsene und drei Jugendliche aus der Kirche getragen und in Gewahrsam genommen. Zuvor hatten nach Aufforderung der Beamten die anderen Demonstranten das Gebäude verlassen. Der Pfarrer hatte der Gruppe zuvor Hausverbot erteilt. Nach Polizeiangaben verlief die Aktion friedlich. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtete, lehnt die Gruppe den geplanten Gottesdienst ab, da damit der Öffentlichkeit suggeriert werde, „die Bundeswehr hätte für ihr militärisches Agieren die Unterstützung der katholischen Kirche und deren Mitglieder“. Ein Sprecher forderte die Kirche auf, sich auf die Seite jener Menschen zu stellen, „die für Frieden und gegen Krieg und Aufrüstung einstehen". Erstmals seit 1999 wird am 30. Juli das Bundeswehr-Gelöbnis öffentlich im Ehrenhof des Neuen Schlosses in Stuttgart stattfinden. Als Ehrengäste werden dazu der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus und der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (beide CDU) erwartet.

