14.11.2017

Deutschland: Opfern von Kinderehen helfen!

Christenverfolgung heute

3.000 Mädchen in Deutschland sind jährlich von Zwangsheirat bedroht

Schwäbisch Gmünd (idea) – Deutschland sollte Opfer von Kinderehen schützen und in den Herkunftsländern von Fluchtwilligen darüber informieren, dass sie hier nicht erlaubt sind. Das forderte ein Fachmann für religiöse Verfolgung und Geopolitik, Rainer Rothfuß (Lindau am Bodensee), am 13. November in einem Seminar beim 5. Ökumenischen Kongress „Christenverfolgung heute“ in Schwäbisch Gmünd. Er war von 2009 bis 2015 Professor für Politische Geografie an der Universität Tübingen. Rothfuß rief dazu auf, Betroffene in Deutschland zu betreuen. Viele Behörden verstünden nicht, dass von Zwangsheirat bedrohte Mädchen eine Zuflucht benötigten. Ebenso wichtig sei das Gebet für die Betroffenen. Nach Schätzungen des Bundesfamilienministeriums sind jährlich 3.000 Mädchen in Deutschland von Zwangsheirat bedroht. Im Ausländerzentralregister waren im Sommer 2016 1.475 Ehen registriert, bei denen ein Ehepartner minderjährig war. 1.152 davon waren Mädchen (78 Prozent). 921 Ehegatten stammten aus Syrien, Afghanistan und Irak (62 Prozent). 481 Mädchen waren jünger als 16 Jahre (33 Prozent), 361 jünger als 14 (24 Prozent). Die pakistanisch-österreichische Buchautorin und Menschenrechtlerin Sabatina James fordere, minderjährige Verheiratete in staatliche Obhut zu nehmen und die Ehen aufzulösen, so Rothfuß. Der Deutsche Anwaltsverein mit rund 66.000 Mitgliedern sei allerdings anderer Ansicht und warne vor „Rechtskolonialismus“.

Informelle Eheschließungen bieten ein Schlupfloch

Wie er weiter sagte, werden Ehen mit Kindern unter 16 Jahren in Deutschland pauschal aufgehoben. Gleichwohl gebe es ein großes Schlupfloch durch religiöse Eheschließungen vor allem durch Imame. Laut Rothfuß kommt es vor allem in Gesellschaften mit einer starken „Ehrenkultur“ zu Kinderehen. Sie hielten eine frühe Verheiratung ab der Menstruation für wünschenswert. Vorbild vieler Muslime sei Mohammed. Er heiratete laut Islamgelehrten mit 53 Jahren seine „Lieblingsfrau“ Aischa – ein sechsjähriges Kind. Vollzogen wurde die Ehe, als das Mädchen neun war. Rund 90 Prozent der Muslime seien Sunniten. Sie versuchten, Mohammed in allen Glaubens- und Lebensfragen exakt nachzuahmen. Die Schiiten hätten erst 2002 das gesetzliche Mindestheiratsalter von neun auf 13 heraufgesetzt. Das Kinderhilfswerk Unicef schätze, dass jährlich 15 Millionen minderjährige Mädchen verheiratet werden. Elf Prozent aller Geburten weltweit gebe es von Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren. Die gesundheitlichen Folgen seien fatal: In den ärmeren Ländern seien Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt in dem Alter die zweithäufigste Todesursache.

Es kommen zunehmend muslimische Flüchtlinge mit mehreren Ehefrauen

Christliche Initiative: Zu wenige Frauenhäuser in Deutschland

Schwäbisch Gmünd (idea) – In Deutschland gibt es zu wenige Frauenhäuser. Diese Ansicht vertrat die Gründerin und Leiterin des christlichen Vereins „Perlenschatz“, Anette Bauscher (Solms bei Wetzlar), am 13. November in einem Seminar beim 5. ökumenischen Kongress „Christenverfolgung heute“ in Schwäbisch Gmünd. 40.000 Frauen und Kinder fliehen Schätzungen zufolge – so Bauscher – jährlich in Deutschland in Frauenhäuser. 25.000 müssten jedes Jahr abgewiesen werden. Migrantinnen machten mehr als 50 Prozent aus. Meistens gebe es dort für sie keine Therapeuten: „Eine Frau, die aus der muslimischen, patriarchalisch geprägten Kultur ausbricht, braucht aber deutlich mehr Betreuung.“ Die Geflohenen seien häufig depressiv und mit der Situation überfordert – etwa weil sie es nicht gewohnt seien, selbst Entscheidungen zu treffen. Viele seien zudem sehr jung, hätten eine geringe Bildung, und einige seien zwangsverheiratet worden. Bauscher zufolge kommen auch immer mehr männliche muslimische Flüchtlinge mit mehreren Ehefrauen nach Deutschland. Das werde künftig zu einer größeren Nachfrage nach Plätzen in Frauenhäusern führen, da viele unter dieser Situation litten.

„Perlenschatz“: Todesdrohungen gegen Frauen, weil sie Christinnen wurden

Neben Flüchtlingsfrauen, die in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen seien, benötigten allerdings auch junge Musliminnen Hilfe, die bereits in zweiter oder dritter Generation in Deutschland leben: „Auf den ersten Blick könnte man annehmen, dass alle gut integriert sind. Aber spätestens, wenn es um die Hochzeit geht, reden die Eltern häufig wieder mit und suchen den Ehemann aus.“ Der 2014 gegründete Verein „Perlenschatz“ hilft deutschlandweit bedrohten muslimischen Frauen und Kindern. Ein Viertel aller Anfragen um Schutz erhalte „Perlenschatz“ derzeit von Konvertitinnen, die mit dem Tod bedroht, geschlagen oder von Männern in ihrem Umfeld als „sexuelles Freiwild“ betrachtet würden, so Bauscher. Man habe noch kein eigenes Gebäude, sondern biete den Frauen einen Platz in Familien an, die sie schützten. Aktuell habe „Perlenschatz“ ein Haus in Aussicht, für das der Verein aber noch rund 250.000 Euro brauche. Bauscher: „Wir beten und hoffen, dass Gott etwas bewegt.“ „Perlenschatz“ versteht sich ihr zufolge als eine Ergänzung zu den bestehenden Frauenhäusern.