11.10.2017

Deutschland: Muslime wollen gesondertes Gräberfeld

Eine Familie fordert vergeblich Abstand von Andersgläubigen. Oberhaching/Bayern lehnt gesondertes muslimisches Gräberfeld ab

Oberhaching (idea) – Eine muslimische Familie hat in Oberhaching (bei München) ein eigenes Gräberfeld mit Abstand von andersgläubigen Toten gefordert. Das lehnte die Gemeinde nun ab, sagte Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. In der Friedhofssatzung aus den 70er-Jahren habe man bewusst auf konfessionsgebundene Grabfelder verzichtet. Jedes Feld habe eine eigene Ausrichtung. In einem sei Urnenbestattung möglich, im anderen eine anonyme, im dritten könnten Tote unter Bäumen begraben werden. Eine muslimische Bestattung mit eigenen Ritualen sei genauso möglich wie bei jeder anderen Religion, so Schelle. Die Muslime würden dabei so beerdigt, dass sie nach Mekka ausgerichtet seien. Der Wunsch der Familie nach einem ganzen Gräberfeld nur für Muslime hingegen widerspreche dem offenen Grundkonzept der Gemeinde. Wie Schelle weiter sagte, kann auch die Forderung nicht erfüllt werden, in unmittelbarem Umkreis keine „Ungläubigen“ zu bestatten. „Wie groß sollte der Abstand sein?“, fragte Schelle. Die Familie hingegen verwies auf ähnliche Anordnungen von Grabfeldern in München. Dort hätten Muslime eigene Bereiche für sich. Dem Bürgermeister zufolge gehört es zur Religionsfreiheit, dass man eine andere Religion neben sich toleriert. Nach seinen Angaben stammen von den rund 13.000 Oberhachingern rund zwölf Prozent aus dem Ausland. Wie viele Muslime darunter seien, könne er aber nicht sagen.