20.01.2012

Deutschland: In den Medien eine gute Botschaft verbreiten

EKD und Evangelikale veranstalten Christlichen Medienkongress

Schwäbisch Gmünd (idea) – Das Engagement der Kirchen in traditionellen wie modernen Medien soll kein Selbstzweck sein, sondern „zeigen, dass die Kirchen eine gute Botschaft verbreiten“. Das erklärte der Medienbeauftragte des Rates der EKD und der Vereinigung Evangelischer Freikirchen, Oberkirchenrat Markus Bräuer (Frankfurt am Main), zu Beginn des 2. Christlichen Medienkongresses, der vom 19. bis 21. Januar in Schwäbisch Gmünd stattfindet. Bräuer ermutigte die rund 200 Teilnehmer der von EKD-Einrichtungen und evangelikalen Werken gemeinsam durchgeführten Tagung, „selbstbewusst deutlich zu machen, wie ernst wir unseren christlichen Glauben nehmen“. Religion sei keine Privatangelegenheit. Den Kirchen gehe es darum, in einer zunehmend kirchenfernen Gesellschaft Kenntnisse über Glaubensinhalte zu vermitteln und um Respekt vor dem Glauben zu werben. In diesem Zusammenhang kritisierte Bräuer unterschiedliche Reaktionen auf Karikaturen mit religiösen Bezügen. Während ein ans Kreuz genagelter Frosch als Kunstfreiheit angesehen werde, habe eine Bombe im Turban eines islamischen Propheten dazu geführt, dass der Zeichner Personenschutz benötige. „Darüber können wir nicht einfach hinwegsehen. Wir müssen Respekt vor jedem Glauben einfordern“, sagte Bräuer.

Für Religionsfreiheit als umfassendes Menschenrecht

Evangelische Medienarbeit setze sich ferner für Religionsfreiheit als ein umfassendes Menschenrecht ein, das auch in anderen Ländern gelten müsse. Um zu zeigen, wie es einer evangelischen Gemeinde in einer muslimischen Umgebung ergehe, habe das ZDF am 15. Januar einen Gottesdienst aus der deutschen evangelischen Kirche in Istanbul gesendet. Unmittelbar vor dem Gottesdienstbeginn habe man festgestellt, dass die Kabel von zwei Fernsehkameras fachkundig durchtrennt worden seien. Dies sei ein „bemerkenswertes Ereignis“ gewesen, befand Bräuer. Dass es in Deutschland keine Beschränkung der Pressefreiheit gebe, sei ein Grund zur Freude. Diese Freiheit müsse „geschützt, verteidigt und bewahrt“ werden.

Gemeinsame Tagung von EKD und Evangelikalen

Den Kirchen riet Bräuer, eine kritische Berichterstattung nicht „reflexhaft“ abzuwehren oder als antikirchliche Kampagne anzusehen. Sie solle zunächst auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft werden und möglicherweise zur Korrektur eigener Fehler genutzt werden. Nur wenn die Kritik unberechtigt sei, müsse deutlicher Widerspruch angebracht werden. Veranstalter des Medienkongresses sind neben der EKD und der württembergischen Landeskirche das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), die Stiftung Christliche Medien, die Stiftung Marburger Medien, der Christliche Medienverbund KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea sowie die beiden christlichen Fernsehsender ERF-Medien und Bibel TV und das Christliche Gästezentrum Schönblick.