20.09.2017

Deutschland: Ein Zeichen setzen

Deutschlandweit bekannter Pastor zahlt keinen Rundfunkbeitrag mehr. Uwe Holmer: ARD und ZDF ignorierten „Marsch für das Leben“ mit 7.500 Teilnehmern

Pfarrer Uwe Holmer. Foto: idea/kwerk.eu

Serrahn (idea) – Einer der bekanntesten Pastoren Deutschlands – Pfarrer Uwe Holmer (Serrahn) – zahlt bis auf weiteres keinen Rundfunkbeitrag mehr. Grund ist der wiederholte Verzicht von ARD und ZDF, über den „Marsch für das Leben“ zu berichten. Dazu hatten sich am 16. September in Berlin mehr als 7.500 Bürger versammelt, um für den Lebensschutz und gegen Abtreibungen zu demonstrieren. In einem Brief an ARD und ZDF kritisiert Holmer den Verzicht auf eine Berichterstattung: „Von einer anderen Demonstration, sehr viel kleiner, haben Sie aber durchaus berichtet.“ Das sei eine „einseitige Politik“. Holmer: „Sie ziehen mir Pflichtgebühren ab. Damit übernehmen Sie die Pflicht, redlich zu berichten und nicht zu manipulieren.“ Die mehr als 7.500 Teilnehmer des Marsches für das Leben hätten darauf hingewiesen, dass in Deutschland jedes Jahr mehr als 100.000 Kinder im Mutterleib getötet werden. Sie forderten damit die Beachtung des gesetzlich verbrieften Rechtes auf Leben. Holmer: „Und ich habe ein Recht auf sachliche, ehrliche und wahrheitsgetreue Berichterstattung.“

„Sollten Sie gegen mein Verhalten juristisch vorgehen, ist mir das lieb“

Da ARD und ZDF ihrer Pflicht nicht nachgekommen seien, werde auch er sich seiner Pflicht entziehen, „und für den Rest des Jahres 2017 keine Pflichtgebühren bezahlen“. Holmer: „Erst wenn Sie mir versichern, dass Sie im nächsten Jahr unparteiisch und ausgewogen berichten, werde ich ab Januar 2018 die Fernseh- und Rundfunkgebühren wieder entrichten.“ Und weiter: „Sollten Sie gegen mein Verhalten juristisch vorgehen, ist mir das lieb.“ Wie Holmer der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, hat er seine Bank inzwischen angewiesen, die Zahlung des Rundfunkbeitrags bis auf weiteres einzustellen. Weltbekannt wurde Holmer, als er 1990 den obdachlos gewordenen Ex-DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker und dessen Frau Margot für zehn Wochen aufnahm.

Medien berichteten von „mehreren Hundert“ Teilnehmern

Währenddessen gibt es über die Zahl der Teilnehmer am Marsch eine Debatte. Der Deutschlandfunk (Köln) etwa sprach in einer Meldung auf seiner Internetseite von „mehreren Hundert Menschen“ und lag damit deutlich unterhalb den Angaben der Polizei (3.000) und des Veranstalters (7.500). Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), nannte das in einem Brief an den Sender eine Manipulation und bat darum, die Zahlenangaben zu ändern. Das ist bislang nicht geschehen. Der Deutschlandfunk teilte Steeb stattdessen mit, dass am Tag nach dem Marsch „höchst unterschiedliche Informationen zur Verfügung“ gestanden hätten. So habe etwa die Deutsche Presseagentur „etwas über 1.000 Menschen“ genannt und sich dabei auf Angaben der Polizei berufen.