13.09.2017

Deutschland: „Bertelsmann“ schönt die Integration von Muslimen

Forscher: Bertelsmann-Stiftung veröffentlicht „Phantasiezahlen“

Zürich/Berlin (idea) – Kritik an einer Studie der Bertelsmann-Stiftung (Gütersloh) zur Eingliederung von Muslimen in Deutschland hat der Migrationsforscher Prof. Ruud Koopmans (Berlin) geübt. Laut der Ende August veröffentlichten Untersuchung sind sie gut integriert. 96 Prozent fühlten sich Deutschland verbunden und 78 Prozent hätten in ihrer Freizeit Kontakt zu Nichtmuslimen. Die Arbeitslosigkeit unter Muslimen sei niedriger als unter anderen Bürgern. Die Neue Zürcher Zeitung bezeichnet die Studie als einseitig. Das Bild von der Integration der Muslime sei „geschönt“. Koopmans sagte gegenüber der Zeitung: „Die Bertelsmann-Stiftung publiziert Zahlen, denen jede andere Statistik widerspricht. Es sind Phantasiezahlen, die nicht repräsentativ sind.“ Koopmans war 2016 in einer Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass Muslime in ganz Europa weniger in den Arbeitsmarkt integriert sind als die sogenannte Mehrheitsgesellschaft. Ebenfalls im vergangenen Jahr hatte die Universität Münster eine Studie zur Integration von Bürgern mit türkischer Herkunft in Deutschland erstellt. Sie fiel ebenfalls ernüchternder aus als die der Bertelsmann-Stiftung. So befürworteten 47 Prozent die Aussage „Die Befolgung der Gebote meiner Religion ist für mich wichtiger als die Gesetze des Staates, in dem ich lebe“.

„Jüdische Schüler werden gemobbt“

32 Prozent sagten „Muslime sollten die Rückkehr zu einer Gesellschaftsordnung wie zu Zeiten des Propheten Mohammed anstreben“. Jeder Fünfte (21 Prozent) gab an, seine Haltung zu Juden sei „sehr negativ“ oder „eher negativ“. Dazu schreibt die Neue Zürcher Zeitung, dass die Bertelsmann-Stiftung dem Phänomen des Fundamentalismus ausgewichen sei. Er zeige sich jedoch im Alltag: „Jüdische Schüler werden gemobbt, muslimische Buben wollen der Lehrerin nicht die Hand geben. Mädchen dürfen nicht in den Schwimmunterricht.“ Der Versuch der Studie der Bertelsmann-Stiftung, das Image der Muslime und ihrer Integration aufzupolieren, sei gescheitert.