21.08.2017

Darmstadt: Regenbogenfahne vor der Kirchenverwaltung

Evangelische Allianz Darmstadt: Die Kirche hat den biblischen Weg verlassen

Hessen-nassauische Kirche solidarisch mit dem Christopher Street Day

Darmstadt (idea) – Aus Solidarität mit der Homosexuellenparade Christopher Street Day (CSD) am 19. August in Darmstadt hat die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau vor ihrer Kirchenverwaltung die Regenbogenfahne gehisst, teilte die Kirche mit. Die Fahne – die Kirche hängte sie zum dritten Mal auf – ist das Symbol der Homosexuellenbewegung. Der Christopher Street Day erinnert an den ersten bekanntgewordenen Aufstand von Homosexuellen gegen Polizeiwillkür in der „Christopher Street“ von New York am 28. Juni 1969. Daraus ist eine weltweite Bewegung geworden, die seit 2011 auch in Darmstadt mit einem Demonstrationszug begangen wird. An der Parade beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 1.500 Menschen und damit etwa doppelt so viele wie im Vorjahr. Die hessen-nassauische Kirche setzt sich nach eigenen Angaben seit langem für die Gleichstellung Homosexueller ein. Man wende sich gegen jede Form der Diskriminierung aufgrund von geschlechtlicher oder sexueller Orientierung. Ausdrücklich begrüßte die Kirche in dem Zusammenhang die im Juni vom Bundestag beschlossene „Ehe für alle“. Nach den Worten von Kirchenpräsident Volker Jung (Darmstadt) spiegele sie „eine konsequente Weiterentwicklung der Neubewertung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften“ wider. Der Kirche zufolge wirkten zwei Mitarbeiter aus dem Stabsbereich „Chancengleichheit“ während der Parade auf dem Darmstädter Riegerplatz am Stand der Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) mit.

Evangelische Allianz: Die Kirche hat den biblischen Weg verlassen

Kritisch äußerte sich die Evangelische Allianz in Darmstadt. „Die Bibel ist eindeutig gegen praktizierte Homosexualität“, sagte der Vorsitzende der Darmstädter Evangelischen Allianz, Pastor Robert Thomason von der freikirchlichen Calvary Chapel Darmstadt, auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Zugleich sei er aber froh über die Meinungsfreiheit in Deutschland. Christen seien aufgefordert, die Betroffenen zu lieben und für einen christlichen Lebensstil zu gewinnen. Wenn die hessen-nassauische Kirche sich für eine homosexuelle Lebensweise ausspreche, habe sie den biblischen Weg verlassen. Denn laut Neuem Testament (Römer 1,26-28) sei gleichgeschlechtlicher Sex Unzucht. Thomason: „Da können wir nicht mitmachen.“