17.08.2017

Christliche Familienexperten widersprechen einer neuen Studie

Sind Homo-Eltern für Kinder genauso gut wie Mutter und Vater?

Laut der US-Studie sollen Kinder, die bei gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen, keine Nachteile haben. Foto: picture-alliance/Westend61

Lexington (idea) – Für die Entwicklung heranwachsender Kinder ist es egal, ob sie bei Mutter und Vater oder bei einem homosexuellen Paar aufwachsen. Das ist das Ergebnis einer US-Studie, die jetzt im Fachjournal „Sex Roles“ (Geschlechterrollen) veröffentlicht wurde. Die Wissenschaftler um Rachel Farr von der University of Kentucky in Lexington (Bundesstaat Kentucky) hatten in zwei Stufen das Spielverhalten und die Entwicklung adoptierter Kinder aus 106 amerikanischen Familien mit lesbischen, schwulen oder heterosexuellen Elternpaaren untersucht. „Es scheint, dass ein männliches und ein weibliches Rollenvorbild zuhause weder notwendig sind, um eine typische Genderentwicklung bei Adoptivkindern zu unterstützen, noch um sie von Gender-Nonkonformität abzuhalten“, fasste Farr die Ergebnisse zusammen.

Haben Kinder in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften sogar Vorteile?

Eine andere Studie der Universität Bamberg zu Kindern in sogenannten Regenbogenfamilien zeigte, dass der Nachwuchs sich mit Blick auf die Beziehungsqualität zu den Eltern und der psychischen Anpassung kaum von den Sprösslingen traditioneller Familien unterscheidet. „Die vorhandenen Unterschiede weisen sogar auf Vorteile von Kindern und Jugendlichen aus gleichgeschlechtlichen Partnerschaften hin“, erklärte Fabienne Hornfeck vom Deutschen Jugendinstitut in München. Sie hätten ein höheres Selbstwertgefühl und mehr Autonomie in der Beziehung zu ihren Eltern. In Deutschland können gleichgeschlechtliche Paare nach der Entscheidung für die „Ehe für alle“ künftig gemeinsam Kinder adoptieren.

Kelle: Da war der Wunsch Vater des Gedankens

Unter christlichen Familienexperten haben die Studienergebnisse deutlichen Widerspruch hervorgerufen. An ihnen sei „rein gar nichts dran, außer dass der Wunsch wohl Vater des Gedankens ist“, sagte die Journalistin und vierfache Mutter Birgit Kelle auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Eine Studie über das Spielverhalten von Kindern im Vorschulalter und fünf Jahre später sage gar nichts darüber aus, ob diesen Kindern eine Mutter oder ein Vater fehlt, „weil wir es ihnen durch die Adoption durch homosexuelle Eltern vorenthalten“. Die Studien brächten auch keine Erkenntnisse über die spätere Entwicklung der Kinder als Frau oder als Mann, über die Frage, welche Beziehungen sie eingehen oder wie sich ihre eigene sexuelle Identität entwickeln wird.

Warum schweigen die Feministinnen?

Kelle: „Die Öffnung des Adoptionsrechts für Homosexuelle ist nichts anderes als ein Lebensexperiment mit Kindern in der Hoffnung, es möge gut gehen oder zumindest nicht allzu viel Schaden anrichten.“ Dabei gehe es nicht um die Frage, was Kinder wollten, sondern nur darum, ob der Wunsch von Erwachsenen nach einem Kind erfüllt werden kann – „koste es was es wolle“. Überrascht habe sie zudem das Schweigen der Feministinnen zu dem Thema, so Kelle: „Merke: In einem Vorstand oder Parlament sind Frauen unersetzbar, beim Adoptionsrecht für Homosexuelle gelten Frauen aber als entbehrlich.“ Da reiche ihre Gebärmutter als Brutstätte: „Es ist entwürdigend.“

Steeb: Studie hat keinerlei repräsentativen Charakter 

"Es ist ja wenig von der Studie bekannt. Eine Studie, die sich auf „nur“ 106 Familien bezieht, hat keinen repräsentativen Charakter. Sie kann also schon von daher gar nicht dazu dienen, brauchbare allgemeingültige Ergebnisse zu liefern. Offenbar ist es aber die einzige Frage gewesen, mit welchem Spielzeug Kinder spielen. Das ist höchstens interessant für die Spielzeugindustrie. Daraus eine so weitgehende Schlussfolgerung zu ziehen, dass es gleichgültig sei, ob sie in einer traditionellen Familie mit Mutter und Vater aufwachsen oder bei einem homosexuellen Paar, taugt überhaupt nicht. Wir stellen doch auch sonst die Entwicklung eines Kindes nicht nur an der Auswahl von Spielzeugen dar.

Welche langfristigen Folgerungen bei Kinder und Jugendlichen auftreten ist ohnehin mit einem Fünfjahresvergleich gar nicht abzuschätzen. Dazu bräuchte man mindestens 25 Jahre, wenn nicht eine ganze Lebenslänge. Und hierfür gibt es noch gar nicht genügend „Fälle“. Darum sage ich: Weg von Versuchen mit Menschen. Die „Studie“ ist für mich der durchschaubare Versuch, gewollte Ergebnisse durch scheinbare Studien untermauern zu wollen."