11.10.2017

Christliche Beratungsinitiative Rahel wurde 25 Jahre alt

Lebensmut nach Abtreibung

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Karlsruhe (idea) – Die Selbsthilfegruppe für Frauen nach einer Abtreibung – Rahel – ist 25 Jahre alt geworden. Das Jubiläum feierte sie am 1. Oktober mit einem Festgottesdienst in der „Citychurch Karlsruhe“, die zum Bund Freier evangelischer Gemeinden gehört. Wie viele Frauen man in der Zeit begleitet habe, wisse man nicht, sagte die erste Vorsitzende des Vereins, Ursula Linsin-Heldrich (Rheinstetten bei Karlsruhe), der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Allein in diesem Jahr habe sie 80 Anfragen von Frauen erhalten, die unter den Folgen einer Abtreibung litten und mit Schuldgefühlen sowie Depressionen zu kämpfen hätten. Bei ihrer Kollegin in Berlin, der stellvertretenden Vorsitzenden Hannelore Reichert, hätten sich in dem Zeitraum 46 Betroffene gemeldet.

Ein Neuanfang nach einer Abtreibung ist möglich

Reichert schilderte in der Predigt ihre eigenen Erfahrungen. Sie stamme aus der früheren DDR und habe 1973 abgetrieben, weil es gesetzlich möglich war. Sie habe sich „nichts dabei gedacht“. Doch mehr als 20 Jahre habe sie unter den Folgen gelitten und sich schlecht gefühlt. Dann habe sie Christen kennengelernt, die sie verstanden und getröstet hätten. Sie habe ihre Schuld vor Gott bekannt und Vergebung empfangen. Seitdem sei es ihr ein Anliegen, anderen Frauen in ähnlicher Lage beizustehen. In ihren Grußworten dankten die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle, Alexandra Maria Linder (Weuspert/Sauerland), sowie der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz und Vorsitzende des Treffens Christlicher Lebensrechts-Gruppen, Hartmut Steeb (Stuttgart), den fünf Rahel-Mitarbeitern für ihr langjähriges Engagement. Außer in Rheinstetten und Berlin betreibt Rahel eine dritte Beratungsstelle in Merchweiler bei Saarbrücken.